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Der Gänsesäger

Der Gänsesäger (Mergus merganser) gehört zur Familie der Entenvögel (Anatidae) und ist der größte Säger aus seiner Gattung. Man sieht die Gänsesäger bei uns in Deutschland hauptsächlich als Wintergäste. In Europa befinden sich ihre Brutgebiete z.B. in Skandinavien, auf Island, in Irland, in Estland, in Lettland, in Litauen und in Russland. Es gibt auch einige Brutvorkommen in Nordeutschland und im Alpenraum. Gänsesäger gehören zu den Standvögeln und zu den Strichziehern. Der Gänsesäger ist etwas größer als die Brandente oder die Stockente. Wie sieht der Gänsesäger aus? Zum Aussehen, zur Bestimmung und zur Beschreibung zeige ich Euch einige Bilder. Sucht Ihr nur wo und wann sie brüten, was sie fressen, das Alter, die Größe, die Feinde, die Brutzeit, die Flügelspannweite, den Lebensraum oder das Gewicht, dann schaut unten im Steckbrief nach.

Aussehen vom Gänsesäger Männchen

Bild zum Aussehen, erkennen und bestimmen vom Gänsesäger Männchen

Gänsesäger Männchen sind größer und schwerer als die Weibchen. Männchen und Weibchen sehen auch unterschiedlich aus. Wie sehen die Männchen aus? Das Gänsesäger Männchen hat einen weißen bis lachsrosa Körper, einen schwarzen Rücken, einen schwarzen Kopf der in der Sonne leicht grün schimmert, rote Beine mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen, einen roten Schnabel mit Sägezähnen und mit deutlichen Haken an der Spitze. Im Flug sieht man auf den Flügeln große weiße Flecken. Nun ein paar Bilder zum Aussehen.

Aussehen vom Gänsesäger Männchen Aussehen vom Gänsesäger Männchen Flugbild vom Gänsesäger Männchen
Bilder zum Aussehen und bestimmen vom Gänsesäger Männchen

Aussehen vom Gänsesäger Weibchen

Bild zum Aussehen, erkennen und bestimmen vom Gänsesäger Weibchen

Wie sieht das Weibchen aus? Das Weibchen hat ein graues Gefieder, einen braunen Kopf, einen roten Schnabel mit einem Haken an der Spitze, rote Beine und im Flug sieht man die schwarzen Flügelspitzen (Handschwingen) und die weißen Felder auf den Flügeln, wie bei den Männchen. Im Ruhekleid/Schlichtkleid sehen Männchen und Weibchen sich sehr ähnlich. Nun ein paar Bilder zum Aussehen und zur Bestimmung.

Aussehen vom Gänsesäger Weibchen Aussehen vom Kopf eines Gänsesäger Weibchens Flugbild vom Gänsesäger Weibchen
Bilder zum Aussehen und bestimmen vom Gänsesäger Weibchen

Lebensraum, Verbreitung und Lebensweise

Wie sieht der Lebensraum aus? Dazu zeige ich Euch einige Bilder. Gänsesäger bevorzugen in ihrem Lebensraum klare Seen und Flüsse mit vielen Fischen und Wasserinsekten.Es sollte in der Nähe ein Wald mit Baumhöhlen oder eine Steilküste mit Höhlen sein, denn die Gänsesäger gehören zu den Höhlenbrütern. Wo brüten die Gänsesäger? Sie brüten z.B. auf Island, in Skandinavien, in Russland und in Estland. Es gibt auch einige Vorkommen in Schleswig-Holstein. Es werden künstliche Nisthilfen an Seen und Flüssen aufgestellt. Es kommt hin und wieder zu Auseinandersetzungen im Lebensraum, mit z.B. Schellenden und Eulen (Waldkauz), die auch in Höhlen (Nistkästen) brüten.

Lebensraum vom Gänsesäger Bruthöhle im Lebensraum Lebensraum vom Gänsesäger mit Nisthilfe
Abbildungen/Bilder zum Lebensraum vom Gänsesäger

Die Gänsesäger gehören zu den geselligen Vögeln. Man sieht sie immer in kleinen Trupps. Sind im Brutgebiet genügend Bruthöhlen vorhanden, dann brüten sie auch dicht beieinander. Im Winter sieht man hunderte Gänsesäger an der Nord- und Ostsee, die dort nur als Wintergäste zusehen sind. Im Frühjahr geht es wieder gemeinsam in den hohen Norden (Norwegen, Island, Russland) zum brüten.

Gruppe von Gänsesägern verbringen gemeinsam den Winter in Deutschland

Balz, Stimme/Ruf, Brutzeit, Brutverhalten

Die Balz der Gänsesäger fängt schon im Winterquartier an, dann hört man auch ihre Stimme/Ruf. Die Stimme/Ruf von den Gänsesägern ist verhältnismäßig leise. Das Männchen ruft mit erhobenen Kopf körr körr und das Weibchen antwortet mit einem aik aik.

Bild zu Gänsesäger Männchen bei der Balz

Während der Balz kommt es auch unter den Männchen zu Kämpfen, denn es gibt Männer Überschuss. Die Weibchen suchen sich den stärksten Mann aus. Junge Männchen im Jugendkleid versuchen schon im ersten Jahr ein Weibchen für sich zu gewinnen. Sobald sich ein anderes Männchen nähert, wird es angegriffen.

Junges Männchen hat sich ein Weibchen ausgesucht Junges Gänsesäger Männchen greift an Junges Männchen wehrt Artgenossen ab
Bilder zur Balz der Gänsesäger

Hat sich ein Paar während der Balz gefunden, wird nach einer geeigneten Bruthöhle gesucht. Gänsesäger haben eine Jahresbrut in der Zeit von April bis Juni. Sie legt 8-12 Eier. Die Brutdauer beträgt 32 bis 34 Tage. Während der Brutzeit verlassen die Männchen das Brutrevier und treffen sich mit anderen Männchen zur Mauser an der Küste oder auf abgelegenen Seen. Die jungen Küken gehören zu den Nestflüchtern. Sobald ihr Gefieder getrocknet ist springen sie aus der Baumhöhle. Die schon mal in 15 m Höhe sein kann. Das Weibchen führt die Jungen sofort ins Wasser, so das die Jungvögel in der Ufervegetation nach Nahrung suchen können. Sie fressen von Anfang an alleine. Nach ein paar Tagen tauchen sie auch selbständig nach kleinen Fischen. Sie müssen aber aufpassen, das sie nicht selber von Fischen wie z.B. dem Wels oder dem Hecht gefressen werden. Das Weibchen führt die Jungen und beschützt sie vor Feinden bis zu zweieinhalb Monate.

Lebensraum und Brutplatz von Gänsesägern

Nahrung vom Gänsesäger

Was fressen Gänsesäger? Die Nahrung besteht aus kleinen und mittleren Fischen bis ca. 12 cm Länge. Außerdem fressen sie Wasserinsekten, Larven, Schnecken, Würmer und Krustentiere. Um an ihre Nahrung (Krabben und Aale) heranzukommen tauchen sie bis zu 10 m tief. Im Hamburger Hafen und an der Norder- und Süderelbe kann man Gruppen von Gänsesäger Männchen und Weichen im Winter beobachten, wie sie nach Nahrung (Fischen, Krabben,Larven) tauchen. Wenn Gänsesäger nach Nahrung/Futter suchen wird häufig vom Wasserlugen oder unter Wasser gucken geredet. Was ist das Wasserlugen? Die Gänsesäger gucken unter Wasser und schwimmen dabei hin und her um Fische zu erspähen. Haben sie fressbares erspäht tauchen sie ab. Bei dieser Methode sparen sie viel Energie bei der Nahrungssuche. Wie das Wasserlugen oder das unter Wasser gucken aussieht, könnt Ihr Euch jetzt auf dem dritten Bild ansehen.

Gänsesäger taucht nach Nahrung (Fischen) Gänsesäger mit Nahrung (Krabbe) Gänsesäger auf Nahrungssuche
Bilder zur Nahrung der Gänsesäger

Feinde vom Gänsesäger

Die Feinde der Gänsesäger lauern überall. Der Mensch zerstört ihren Lebensraum (Abholzug alter Bäume) und verunreinigt die Gewässer durch Umweltgifte und Plastikmüll. Zu den natürlichen Feinden zählt z.B. das Wetter, die Parasiten, Artgenossen (Kampf um Brutplätze), Eulen (z.B. Uhu, Waldkauz, Bartkauz, Habichtskauz), der Seeadler, die Rohrweihe, der Wanderfalke, der Habicht, die Großmöwen, die Rabenvögel, der Rotfuchs, der Waschbär, den Polarfuchs, das Hermelin und Raubfische wie z.B. der Hecht und der Wels. Sie fressen die jungen Küken der Gänsesäger.

Seeadler - Feind vom Gänsesäger Großmöwe - Feind vom Gänsesäger Hecht/Wels - Feind von jungen Gänsesäger Küken
Bilder zu Feinden von Gänsesägern

Merkmale, Besonderheiten und Verhalten

Was sind die Merkmale? Die Zähne und der Haken am Schnabel. Weiße Flecke auf der Flügeloberseite. Nun zu den Besonderheiten. Sie zählen zu den Höhlenbrütern, sie sind durch ihren Körperbau sehr schnelle Flieger und sie holen ihre Nahrung aus dem Wasser. Nun zum Verhalten. Es sind sehr schweigsame Entenvögel, die gemeinsam auch mit anderen Wasservögeln den Winter verbringen. Sie Leben auch in ihrem Brutgebiet in Gruppen mit anderen Wasservögeln zusammen. Die jungen Küken sitzen häufig auf dem Rücken der Mutter, wie die Haubentaucher, wenn sie klein sind.

Suchen ihre Nahrung unter Wasser Weiße Felder auf der Flügeloberseite
Bilder zu Merkmalen und Besonderheiten von Gänsesägern

Name vom Säger

Wie kommt der Gänsesäger zu seinem Namen? Schaut euch das nächste Bild mit dem Schnabel ganz genau an und Ihr werdet sehen, die kleinen Zähne sehen aus wie eine Säge. Und so bekamen die Gänsesäger, die Mittelsäger und die Zwergsäger ihren Namen. Denn sie gehören alle zur Gattung der Säger (Mergini).

Bild vom Schnabel vom Gänsesäger mit Zähnen wie eine Säge

Da ich oft Anfragen nach Steckbriefen bekomme, folgt jetzt ein kleiner Steckbrief über den Gänsesäger und außerdem die Namen in verschiedenen Sprachen, wie z.B. in Latein, in Englisch, in Spanisch, in Französisch und in Italienisch.

Gänsesäger-Steckbrief

Wissenschaftlicher Name: Mergus merganser
Englischer Name: Goosander
Spanischer Name: Serreta grande
Französischer Name: Harle bievre
Italienischer Name: Smergo maggiore
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Verbreitung: Nordeuropa, Russland, Nordamerika (Unterart), Asien (Unterart)
Lebensraum: Flüsse und Seen mit Bäumen (Wald) in der Nähe zum brüten
Größe: 69 cm
Gewicht: Männchen 1800g, Weibchen 1400g
Flügelspannweite: 80 cm bis 98 cm
Geschlechtsreife: 1-2 Jahr
Brut: 1 Jahresbrut
Brutzeit: April bis Juni
Brutplatz: Höhlenbrüter, Baumhöhlen, Felshöhlen, Kaninchenbauten (Bodenhöhlen), künstliche Bruthilfen (Nistkästen)
Eier: 8-12
Brutdauer: 32-34 Tage
Nestlingsdauer: Nestflüchter
Nahrung: Fische, Krebstiere, Larven, Insekten, Schnecken, Würmer
Alter: Lebenserwartung 8 Jahre
Feinde: Umweltgifte, Plastikmüll, Wetter, Parasiten, Mensch, Seeadler, Uhu, Bartkauz, Wanderfalke, Fuchs, Waschbär, Großmöwen, Greifvögel, Rabenvögel, Hermelin
Zugvogel: Ja
Winterquartier: Europa (Deutschland z.B. Nord- und Ostsee, auf Seen, auf Flüssen, auf Fischteichen)
Merkmale: Der Schnabel hat kleine Zähne wie eine Säge, der rote Schnabel hat an der Spitze einen Haken, große weiße Flügelflecke, Männchen schwarzer Kopf und weißer Körper, Weibchen brauner Kopf und blaugrauer Körper
Besonderheiten: Höhlenbrüter, Schnabel mit kleinen Sägezähnen

Bilder zu meinen Beobachtungen

Flugbild vom Gänsesäger Männchen Ruckengefieder vom Männchen Gänsesäger-Paar Trupp Gänsesäger Gaänse- und Zwergsäger im Winter Weibchen beim Gefieder putzen Gänsesägerpaar Feinde vom Gänsesäger Gänse- und Zwergsäger im Vergleich/Unterschied
Bilder zu meinen Beobachtungen bei den Gänsesägern

Wollt Ihr zum Thema Wissen der Vögel etwas erfahren, dann besucht meine Seiten: Was wissen Vögel und Intelligente Krähe. Meine Seite ist für Projekte im Kindergarten, in der Stadtteilschule, im Gymnasium, an der Uni und in der Schule für Vorträge und Aufsätze in Biologie, in Zoologie, im Sachkundeunterricht, für Arbeitsblätter, für Artensteckbriefe und für Referate oder für einen Aufsatz im Biologieunterricht sehr beliebt. Hier findet Ihr alles für Eure Steckbriefvorlage (Grundschule, Realschule, Gymnasium) über Vögel.
Für die Kinder in der Vorschule und für die Kinder in der Grundschule gibt es extra Vogelseiten, z.B. mit Küken-Bildern oder mit Vogel-Portraits.

Unsere schönsten Vogel-Beobachtungen haben wir in Europa auf Island, in Skandinavien (Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark), in Holland, in Irland, in Schottland, in England, in Ungarn, in Österreich, in Frankreich, in Portugal, in Italien, in der Schweiz, in Belgien, in Griechenland, in Luxemburg, in Spanien, in Portugal in Deutschland in Berlin, in Hamburg an der Elbe, in Bremen, in NRW, in Baden-Württemberg, in Rheinland-Pfalz, in Hessen, im Saarland, in Bayern, in Schleswig-Holstein, in Mecklenburg-Vorpommern in der Lewitz, in Thüringen, in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und in Niedersachsen gemacht.

Beobachtungen, Fotografien, Vogel-Bilder und Autor: Gerhard Brodowski Hamburg

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