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Die Goldammer

Die Goldammer (Emberiza citrinella) sieht man in fast ganz Europa, außer auf Island und Nordskandinavien. Sie gehört zur Familie der Ammern und zu unseren heimischen Vögeln (Sperlingsvögel) im Sommer wie im Winter. Bei uns in Deutschland sieht man die Goldammer häufig in Kulturlandschaften, Kiesgruben und an Feldwegen nach Nahrung suchen. Sucht Ihr nur wo und wann sie brüten, was sie fressen, die Größe, das Alter, die Brutdauer, Anzahl der Eier, die Nahrung, ihre Feinde, ihre Verbreitung oder ob sie zu den Zugvögeln oder den Nesthockern gehören, dann schaut unten im Steckbrief nach.
Die Goldammer hat eine Größe von ca.16 cm und hat eine Flügelspannweite von ca. 28 cm. Sie wird häufig mit dem etwas kleineren Girlitz verwechselt. Wie sieht die Goldammer aus? Zum Aussehen, zur Bestimmung und zur Beschreibung der Goldammer zeige ich Euch einige Bilder.

Aussehen der Goldammer

Bild zum Aussehen und erkennen der Goldammer im Prachtkleid

Das Goldammer Weibchen ist etwas größer und schwerer als das Männchen. Das Männchen und das Weibchen sehen im Gefieder unterschiedlich aus. Die Weibchen sind am Kopf und an der Unterseite stärker gestrichelt und die Farbe geht ins grün gelbliche. Die Männchen im Prachtkleid sind gelblicher und haben auf dem Rücken schwarze und rostbraune Striche. Beide haben einen mittellangen eingeschnittenen Schwanz, einen gelben Kopf mit dunklen Strichen und dunkle Augen mit einem weißen Augenring. Der Schnabel ist kurz und kräftig, die Unterseite ist gelb mit schwarzen Strichen, die Beine sind fleischfarben und die Zehen haben kräftige Krallen. Die Jungvögel sehen fast wie die Weibchen aus.

 Aussehen der Goldammer  Gefieder: Aussehen der Goldammer  Aussehen der Goldammer
Bilder zum Aussehen und bestimmen der Goldammer im Brutkleid

Lebensraum & Gesang der Goldammer

Nun zur Lebensweise. Wir haben die Goldammer häufig in ihrem Lebensraum in halboffenen Kulturlandschaften, an Waldrändern, in Kiesgruben, an Feldwegen, in Straßengräben und auf Brachflächen bei ihrer Nahrungssuche beobachten können. Sie halten sich gerne in Büschen, in Hecken und im Feldgehölz auf. Am besten kann man Goldammern am frühen morgen in ihrem Lebensraum beobachten. Man hört ihren Ruf/Stimme schon von weitem. Der Ruf ist ein scharf metallisch klingendes zick oder tsit. Der Gesang ist eine schnelle Folge von kurzen hohen Lauten mit tiefem längerem ti-ti-ti-ti-ti-siieeb als Abschluss. Hin und wieder sitzt eine Goldammer, die ihr Brutrevier im Straßengraben hat, auf der Leitplanke und schmettert ein Lied.

Lebensraum der Goldammer beobachten Lebensraum der Goldammer beobachten Goldammer im Brutrevier beobachten
Bilder vom Lebensraum der Goldammer

Balz, Brutverhalten & Aufzucht

Die Balz der Goldammer beginnt schon Ende März Anfang April. Man sieht dann häufig die Männchen auf einer Warte (Baumspitze) sitzen und ihre Lieder trillern, in der Hoffnung das sie vom Weibchen gehört werden. Hat sich ein Paar bei der Balz gefunden, geht es sofort mit dem Nestbau los. Das Weibchen sucht sich den geeigneten Brutplatz aus. Das Nest wird meistens niedrig über dem Boden in Büschen oder Hecken gebaut. In Kiesgruben befinden sich die Nester auch in dichter Vegetation am Boden. Das Nest besteht aus trockenen Grashalmen, Blättern und kleinen Wurzeln. Die Nestmulde wird mit Tierhaaren ausgepolstert.

Goldammer während der Balz auf ihrem Ansitz

Wann brüten Goldammern? Goldammern haben zwei Jahresbruten. Die erste Brut beginnt meistens im April. Sie legt 3-5 weißliche Eier mit braunen Flecken und Schnörkeln. Die Brutdauer beträgt ca. 14 Tage. Das Weibchen brütet alleine und wird während der Zeit vom Männchen mit Nahrung versorgt. Wollt Ihr Bilder sehen wie es aussieht wenn das Weibchen gefüttert wird, dann geht auf meiner Seite Bluthänfling. Die jungen Goldammern gehören zu den Nesthockern. Sie werden ca. 13 Tage von beiden Eltern mit Nahrung im Nest versorgt, bis sie flügge sind. Was fressen Goldammern? Die Nahrung besteht aus Insekten, Sämereien, Larven, Würmern und Käfern. Wenn die Jungen das Nest verlassen haben sieht man größere Trupps von Goldammern, die auf Nahrungssuche gehen. Besonderheit: Goldammern hört man fast den ganzen Tag, auch in der Mittagshitze. Sie haben wie viele anderen Vogelarten auch einen gemeinsamen Schlafplatz. Ihr auffällig dicker Schnabel ist gut geeignet um den Samen zu enthülsen.

Goldammer sucht etwas zum fressen Nahrung der Goldammer - Insekten Nahrung der Goldammer - Sämereien
Bilder von der Nahrung der Goldammer

Feinde der Goldammer

Der Mensch gehört mit zu den schlimmsten Feinden, denn er zerstört ihren Lebensraum. In einigen Ländern nimmt der Bestand immer mehr ab, wie z.B. in Holland. Häufig fällt die erste Brut, durch zu frühe Mäharbeiten auf Wiesen und an Grabenböschungen, aus. Singvögel, so wie die Goldammer, stehen sehr weit unten in der Nahrungskette. Das Wiesel (Hermelin), die Katzen, der Fuchs, die Wildschweine und der Marderhund zerstören das Gelege, in dem sie die Eier oder die Jungvögel fressen. Greifvögel und Katzen haben es auf die Jungvögel und die Altvögel abgesehen. Rabenvögel (Elster, Eichelhäher, Krähen) holen sich die Eier und die Jungen aus dem Nest. Nun ein paar Bilder von den Feinden der Goldammer.

Hermelin: Feind der Goldammer Katze: Feind der Goldammer Sperber: Feind der Goldammer
Bilder von Feinden der Goldammer

Da ich oft Anfragen nach Steckbriefen bekomme, folgt jetzt ein kleiner Steckbrief über die Goldammer und außerdem die Namen in verschiedenen Sprachen, wie z.B. in Lateinisch, in Englisch, in Spanisch, in Französisch und in Italienisch.

Goldammer-Steckbrief

Wissenschaftlicher Name: Emberiza citrinella
Familie: Ammer
Englischer Name: Yellowhammer
Spanischer Name: Escribano cerillo
Französischer Name: Bruant jaune
Italienischer Name: Zigolo giallo
Verbreitung: Europa (z.B. Deutschland, Spanien,Frankreich) , Afrika, Asien (Unterarten)
Lebensraum: Kulturlandschaft, an Waldrändern, in Knicks, in Büschen, in Kiesgruben, auf Wiesen, auf Brachflächen
Größe: 16 cm
Gewicht: 30g
Flügelspannweite: 28 cm
Schnabel: Unter Schnabelform
Brut: 2 Jahresbruten
Brutzeit: April bis Juli
Brutplatz: am Boden, dicht über dem Boden in Hecken
Eier: 3-5
Brutdauer: 14 Tage
Nestlingsdauer: 13 Tage
Nahrung: Insekten, Sämereien, Spinnen, Larven, Würmer, Käfer
Feinde: Mensch, Katze, Sperber, Falken, Wiesel, Fuchs, Rabenvögel
Alter: Lebenserwartung 8 Jahre
Zugvogel: Ja (Standvögel, Strichvögel, Kurzstreckenzieher)
Winterquartier: Europa im Mittelmeerraum
Merkmale: Unterseite gelb mit feinen schwarzen Streifen

Weiterhin viel Spaß auf meinen Seiten, wie z.B die Blaumeise oder das Rotkehlchen.

Wollt Ihr zum Thema Wissen der Vögel etwas erfahren, dann besucht meine Seiten: Was wissen Vögel und Intelligente Krähe. Meine Seite ist für Projekte im Kindergarten, in der Stadtteilschule, im Gymnasium, an der Uni und in der Schule für Vorträge und Aufsätze in Biologie, in Zoologie, im Sachunterricht, für Artensteckbriefe, für Arbeitsblätter und für Referate oder einen Aufsatz im Biologieunterricht sehr beliebt. Hier findet Ihr alles für Eure Steckbriefvorlage (Grundschule, Realschule, Gymnasium) über Vögel.
Für die Kinder in der Vorschule und für die Kinder in der Grundschule gibt es extra Vogelseiten, z.B. mit Küken-Bildern oder mit Vogel-Portraits.

Unsere schönsten Vogel-Beobachtungen haben wir in Europa auf Island, in Skandinavien (Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark), in Holland, in England, in Polen, in Österreich, in der Schweiz, in Belgien, in Irland, in Italien, in Frankreich, in Portugal, in Spanien, in Griechenland, in Deutschland in Berlin, in Hamburg an der Elbe, in Bremen, in NRW, in Baden-Württemberg, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Bayern, in Hessen, in Schleswig-Holstein, in Mecklenburg-Vorpommern (Lewitz), in Thüringen, in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und in Niedersachsen gemacht.
Und denkt daran, Natur- und Vogelschutz ist wichtig.

Beobachtungen, Fotografien, Vogel-Bilder und Autor: Gerhard Brodowski Hamburg

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