Den Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros) sieht man in fast ganz Europa mit Ausnahme von Island, Schottland, Nordskandinavien und Nordosteuropa. Die Hausrotschwänze sieht man bei uns in Deutschland in der Zeit von März bis Ende Oktober, je nach Wetterlage. Somit zählt der Hausrotschwanz zu den Teilziehern. Er überwintert im Mittelmeerraum und in Nordafrika. Der Hausrotschwanz ist in der Wahl seines Reviers sehr flexibel, man sieht ihn z.B. in Wäldern in Dörfern, in Städten, in Kiesgruben und in Steinbrüchen. Der Hausrotschwanz ist mit seinen 14 cm genauso groß wie ein Haussperling oder wie das Rotkehlchen. Bei dem Hausrotschwanz kann man das Männchen und das Weibchen gut unterscheiden. Sein Name verrät schon einen Teil seines Aussehens. Das Hausrotschwanz-Männchen hat einen roten Schwanz, eine schiefergraue Oberseite, einen grauen Oberkopf, ein schwarzes Gesicht und eine schwarze und graue Unterseite.
Das Hausrotschwanz-Weibchen hat einen mausgrauen Körper und einen grauen Kopf mit hellen Augenringen und auch einen rostroten Schwanz.
Der Hausrotschwanz zählt zu den Halbhöhlenbrütern. Er baut sein Nest in und an Gebäuden, in Felsspalten, in Baumhöhlen, in Steinhaufen und zwischen Holzstapeln. Man trifft den Hausrotschwanz häufig in Industriegebieten an, dort brütet er in den Hallen oben auf den Stahlträgern. Den richtigen Platz für das Nest sucht das Weibchen aus. Das Nest wird aus Halmen, Wurzeln und Moos gebaut und von innen mit Federn und Haaren ausgekleidet. Hier hat sich das Weibchen gerade beim sammeln von Nistmaterial an einer Distel verletzt. Aber die Feder zur Auspolsterung für ihr Nest hat sie doch noch mitgenommen. Ich habe schon mehrmals einen Hausrotschwanz in einem angefangenen Rauchschwalbennest brütend vorgefunden.
Der Hausrotschwanz legt 5 bis 6 weiße Eier. Die Brutdauer beträgt 14 Tage und anschließend werden die Jungen ca. 17 Tage von beiden Eltern mit Nahrung versorgt. Die Nahrung des Hausrotschwanz besteht aus Insekten, Spinnen, Würmern und Beeren. Sind die Jungen ausgeflogen werden sie noch eine Zeit mit Nahrung versorgt. Dann kann man auch gut den Ruf hören, wenn sie die Jungen im Freiland mit Nahrung versorgen. Der Ruf und Gesang ist nicht sonderlich ausgeprägt. Der Ruf ist ein kurzes fid, fid oder teck, teck und der Gesang ist nur ein dididid oder sit, sit, sit.
Wenn das Weibchen zum Füttern kommt, muss man schon genau hinschauen, um beide von weitem unterscheiden zu können. Die jungen Hausrotschwänze sehen fast genauso aus wie das Weibchen.
Der kleine Hausrotschwanz ist ganz schön mutig, wenn es um die Revierverteidigung geht. Das Hausrotschwanz-Weibchen versucht jeden Tag den Uhu durch ständiges Anfliegen zu vertreiben. Aber der Uhu lässt sich davon nicht aus die Ruhe bringen. Der Uhu hat hier auf dem Dach gebrütet und zieht seine Jungen auf und der Hausrotschwanz hat unter dem Dach gebrütet. In den Kiesgruben kann man auch beobachten, wie Junguhus den Hausrotschwanz beobachten.
Am Abend sieht man den Hausrotschwanz häufig in Dörfern und Städten von Schornstein zu Schornstein fliegen um Insekten zu fangen. Durch dieses Verhalten hat er im Volksmund den Spitznamen “Schornstein-Männchen” erhalten. Und nun zum Schluss noch ein paar Bilder.
Da ich oft Anfragen nach Steckbriefen bekomme, folgt jetzt ein kleiner Steckbrief über den Hausrotschwanz
Größe: 14 cm
Gewicht: 18g
Eier: 5-6
Brutdauer: 14 Tage
Nestlingsdauer: 17 Tage
Nahrung: Insekten, Würmer, Spinnen, Beeren
Alter: 5 Jahre
Feinde: Sperber, Katzen, Falken
Ich freue mich über Ihre Kommentare und Anregungen: