Die Rohrdommel

Die Rohrdommel sieht man in Mitteleuropa. Sie ist aber schon sehr selten geworden. Rohrdommeln kann man am besten in Sumpfgebieten und an Seen und Teichen mit viel Röhricht beobachten. Die Rohrdommel gehört zu den Teilziehern. Sie überwintert nur in ihrem Brutgebiet, wenn die Gewässer nicht zufrieren. Das Überwinterungsgebiet liegt ansonsten im Mittelmeerraum. Die Rohrdommel ist sehr stark zurückgegangen, als die Menschen anfingen die Moore und Sümpfe trocken zulegen. Rohrdommeln kann man gut in der Abenddämmerung beobachten. Sie sind sehr anfällig für jegliche Art von Störung.

Rohrdommel
Rohrdommel

Die Rohrdommel gehört zur Familie der Reiher und sie wird auch “Große Rohrdommel” genannt. Sie ist mit ihren ca. 80 cm kleiner als ein Graureiher. Rohrdommel Männchen und Weibchen sehen von weitem gleich aus. Bei den Rohrdommeln ist das Männchen größer und schwerer. Die Farben des Männchens sind kräftiger. Die Rohrdommel hat ein hell bräunlich und schwarz geflecktes Gefieder, einen schwarzen Oberkopf und schwarze Bartstreifen, einen dicken Hals, einen kräftigen Schnabel und kurze Beine mit langen Zehen.

Rohrdommel Gefieder Kräftiger Schnabel Lange Zehe
Aussehen einer Rohrdommel

Im Frühjahr während der Balz hört man die Rufe der Rohrdommel sehr weit. Der Ruf ist ein “buubmb”. Im Volksmund nennt man die Rohrdommel auch “Moorochse”. Die Rohrdommel hat eine Jahresbrut in der Zeit von April bis Juni. Ihr Nest baut sie aus Röhricht und polstert es von innen mit trockenen Schilfblättern und Gras aus. Sie legt 5 bis 6 oliv bräunliche Eier, die Brutdauer beträgt ca. 25 Tage und anschließend werden die Jungen ca. 30 Tage vom Weibchen im Nest mit Nahrung versorgt. Die Nahrung der Rohrdommel besteht aus Fischen, Fröschen, kleinen Säugetieren, Vögeln (Küken) und Würmern. Das Weibchen ist für das Brutgeschäft alleine zuständig. Das Männchen ist für die Revierverteidigung zuständig und paart sich mit mehreren Weibchen, wenn diese im Revier vorhanden sind.

Rohrdommel Revier Rohrdommel Revier Rohrdommel Revier
Rohrdommel Revier

Wenn man ein Rohrdommel-Revier kennt, kann man das Weibchen bei der Nahrungssuche beobachten. Sie beobachtet ihre Beute vom Ansitz aus. Hat sie etwas entdeckt schleicht sie dort hin und überrascht ihre Beute. Wird sie dabei gestört nimmt sie die Tarnstellung ein. Man sagt auch “Pfahlstellung” dazu. Die Rohrdommel ist dann so gut im Röhricht getarnt, dass man sie von weitem nicht mehr erkennt.

Rohrdommel auf Nahrungssuche Rohrdommel auf Nahrungssuche Tarnstellung
Rohrdommel auf Nahrungssuche

Werden die jungen Rohrdommeln im Nest gestört, nehmen diese ab einem Alter von ca. 10 Tagen auch die Tarnstellung ein. Haben die jungen das Nest verlassen, werden sie in den ersten Wochen noch zusätzlich vom Weibchen mit Nahrung versorgt. In den Wintermonaten, wenn die Gewässer nicht ganz zugefroren sind und man ein wenig Glück hat, kann man die Rohrdommel und den Graureiher zusammen beobachten wie sie nach Fischen Ausschau halten.

Rohrdommel Rohrdommel und Graureiher Rohrdommel im Flug
Rohrdommel und Graureiher

Nun noch ein paar Bilder von der Rohrdommel im Winter. Auf dem einen Bild kann man gut erkennen, wie gut ihre Tarnung ist.

Rohrdommel Rohrdommel Rohrdommel und Graureiher
Rohrdommel und Graureiher

Da ich oft Anfragen nach Steckbriefen bekomme, folgt jetzt ein kleiner Steckbrief über die Rohrdommel.

Rohrdommel-Steckbrief

Größe: 80 cm
Gewicht: Weibchen: 1100g, Männchen: 1900g
Eier: 5-6
Brutdauer: 25 Tage
Nestlingsdauer: 30 Tage
Nahrung: Fische, Frösche, Würmer, Vögel (Küken), kleine Säugetiere
Alter: 12 Jahre
Feinde: Seeadler, Fuchs, Marderhund, Mensch

 

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