Man sieht den Rotschenkel überwiegend in Nord- und Osteuropa. Seine Brutgebiete befinden sich bei uns in den Salzwiesen an der Küste, in Mooren, Feuchtwiesen, versumpften Teichen und Spülfeldern. Der Rotschenkel gehört zu den Schnepfen. Seinen Namen erhielt er durch seine auffällig roten Beine. Beim Männchen und Weibchen gibt es kaum einen Unterschied. Mit seinen ca. 30cm ist er so groß wie ein Kiebitz. Der Rotschenkel hat eine grau braune gefleckte Oberseite und eine weiß gestrichelte Unterseite. Er hat einen geraden roten Schnabel der zur Spitze hin schwarz wird. Das dunkle Auge hat eine weiße Umrandung und der Schwanz ist wie beim Bussard gebändert.
Im Frühjahr während der Balz baut das Männchen mehrere Nestmulden am Boden in hoher Vegetation und das Rotschenkel Weibchen sucht sich dann das passende Nest aus. Sie legt 3 bis 5 sandbraune Eier mit dunklen Flecken. Die Eier werden von beiden Elternteilen ca. 26 Tage bebrütet. Die jungen Rotschenkel gehören zu den Nestflüchtern. Ich konnte beobachten, dass ebenso wie bei den Kiebitzen, die Jungen sich während der ersten Tage unter den Flügeln der Eltern in kurzen Abständen aufwärmen und sich ausruhten.
Die Nahrung der Rotschenkel besteht aus Insekten, Regenwürmern, Muscheln, Schnecken und anderen Weichtieren. Wenn die jungen Rotschenkel nach Nahrung suchen sind die Eltern immer ganz in der Nähe und passen auf. Bei Gefahr fliegen die Eltern dem Feind mit viel Geschrei entgegen und versuchen ihn von ihren Küken abzulenken. Die größten Feinde vom Rotschenkel sind die Mähmaschine des Bauern, der Fuchs, das Wiesel, der Falke, die Weihen und die Möwen. Rotschenkel können bis zu 15 Jahre alt werden, laut Ringfunden.
Ich zeige Euch jetzt noch mal drei Fotos mit typischen Verhaltensweisen der Rotschenkel. Auf dem ersten Foto seht Ihr wie aufmerksam die Eltern die Umgebung ihrer Küken im Auge behalten. Das zweite Foto zeigt einen Elternteil, auf einem Begrenzungspfahl, der sofort Alarm schlägt wenn sich Gefahr nähert. Die Rotschenkel Küken legen sich dann ganz flach auf den Boden, um vor eventuellen Feinden gut getarnt zu sein. Bild Nummer Drei zeigt einen Rotschenkel im Spätsommer, der jetzt wesentlich ruhiger auf einem Zaunpfahl steht, weil er nicht mehr auf seine Küken aufpassen muss.
Rotschenkel gehören zu den Teilziehern. Im Herbst kann man sie in großen Trupps auch gemeinsam mit anderen Limikolen an der Küste im Wattenmeer beobachten. Durch Absenkung der Wasserstände, sind die Rotschenkel vielerorts schon wie die Kiebitze verschwunden. Wenn es so weitergeht haben wir bald keine Rotschenkel mehr, die wir beobachten können.
Unsere schönsten Beobachtungen haben wir an der Nordseeküste und in Hamburg, an den Kirchdorfer Wiesen, gemacht.
Ich freue mich über Ihre Kommentare und Anregungen: