Die Sturmmöwe ist in Nordwest- und Nordeuropa weit verbreitet. Ihre Brutgebiete liegen meistens an der Küste in Feuchtgebieten. Es gibt aber schon einige Brutgebiete im Landesinneren. Die Sturmmöwe ist mit ihren 43 cm etwas größer als die bekannte Lachmöwe. Bei den Sturmmöwen sehen Weibchen und Männchen gleich aus. Sie haben ein weißes Gefieder mit grauem Rücken, grauen Flügeldecken und mit weißem Schwanz. Die Flügelspitzen sind schwarz mit weißen Flecken an den Spitzen. Der Schnabel und die Beine sind gelbgrün.
Nun zeige ich Euch den schneeweißen Kopf mit dem roten Auge und der roten Umrandung, wie man es so kaum sieht, da man nicht so leicht so nahe an sie herankommt. Die Sturmmöwe wird auch häufig mit der Dreizehenmöwe verwechselt. Der Unterschied liegt aber in der Länge und Farbe der Beine.
Wir haben bei uns in Hamburg "Auf der Hohen Schaar" das größte Brutgebiet von Sturmmöwen im Landesinneren mit über 2400 Brutpaaren. Die Nester liegen teilweise nur 5-10m auseinander. Die Sturmmöwe hat eine Brut in der Zeit von Mai bis Juni. Sie legt meistens 3 (auch mal 1,2 oder 4) Eier in den Farben olivgrün mit dunklen Flecken oder wie auf dem Bild zu sehen ist gräulich mit Flecken. Normalerweise baut die Sturmmöwe ihr Nest in niedriger Vegetation auf trockenen Boden.
Im Industriegebiet "Auf der Hohen Schaar" in Hamburg brüten die Sturmmöwen etwas anders, wie ihr gleich zu sehen bekommt. Es wird jeder freie Fleck genutzt. Sie brüten aber auch auf Pfählen, Dächern, Rohren, abgestellten Schneeflügen, und mitten auf den Parkplätzen.
Das Ausbrüten der Eier dauert bei der Sturmmöwe ca. 25 Tage. Es
brüten beide Elternteile. Da ich jedes Jahr bei der Möwenzählung
mitmache, habe ich auch die Möglichkeit Fotos zu machen die man sonst
nicht macht — um die Tiere nicht beim Brüten zu stören.
Ich kann Euch nun mal zeigen, wie eine kleine Sturmmöwe das Ei
mithilfe ihres Eizahnes öffnet. Der Eizahn sitzt vorne oben an der
Schnabelspitze und erleichtert das Durchbrechen der Eischale.
Auf dem nächsten Bild seht Ihr ein frisch geschlüpftes Küken. Die
jungen Sturmmöwen werden bis zu 3 Tage im Nest gefüttert, bevor sie
dann auf Wanderschaft gehen. Danach werden sie noch etwa 5 Wochen
von den Eltern gefüttert bis sie flügge sind. Die Nahrung der
Sturmmöwe besteht aus Fisch, Würmern, Insekten und auch Abfällen
von Müllkippen. Wer genau hinschaut, sieht auf dem Bild mit den drei
Kleinen, vorne an der Schnabelspitze noch den Eizahn.
Bei unseren jährlichen Sturmmöwen-Zählungen haben wir auch eine tote beringte Sturmmöwe gefunden, bei der wir anhand der Ringnummer feststellen konnten das sie 22 Jahre alt geworden ist. Sturmmöwen werden durchschnittlich 25 Jahre alt. Ausserdem fanden wir einige vom Fuchs aufgebissene Eier. Es gibt aber auch noch andere Feinde der Sturmmöwe. So z.B. der Mensch, der Wanderfalke, der Marder und die Herings- und Mantelmöwe.
Sturmmöwen zählen zu den Teilziehern oder auch Kurzstreckenziehern. Sie kommen aber jedes Jahr zu ihrem Brutplatz zurück und einige bleiben mit ihren Partnern auch mehrere Jahre zusammen. Die Jungen werden erst im dritten Jahr geschlechtsreif, und bis dahin verändert sich ständig durch die Mauser das Gefieder. In dieser Zeit werden die Möwen Immaturen genannt.
Die Sturmmöwe überwintert auch gerne im Hamburger Hafen, auf Spülfeldern, Kläranlagen und im Umland auf Wiesen, Äckern und auf noch offenen Müllkippen, ansonsten an der Küste. Es ist noch zu sagen, dass in großen Brutkolonien immer mehrere Möwenarten zusammen brüten, wie z. B. "Auf der Hohen Schaar" auch Lachmöwen, Schwarzkopfmöwen, Silbermöwen und Mantelmöwen.
Bei der Möwenzählung "Auf der Hohen Schaar" (2009), hatte ich das Glück mitzuerleben wie sich eine kleine Sturmmöwe aus Ihrem Ei frei strampelt. Nach 2 Stunden kam ich an der Stelle wieder vorbei. Das Gefieder der kleinen Möwe war schon getrocknet und die Zweite Sturmmöwe war auch schon geschlüpft.
Es gibt auch noch einen sehr besonderen Brutplatz von einem Sturmmöwen Paar zu bestaunen. Wie man auf den Schienen sehen kann ist die Gleisanlage noch in Betrieb.
Unsere schönsten Beobachtungen haben wie in Hamburg auf der Hohen Schaar gemacht.
Ich freue mich über Ihre Kommentare und Anregungen: