Der Meerstrandläufer (Calidris maritima) gehört zur Familie der Schnepfenvögel und zur Gattung der Strandläufer. Wir haben den Meerstrandläufer auf Island und in Norwegen auf Varanger in seinem Brutgebiet beobachtet. Er gehört zu den Zugvögeln. Man kann den kleinen Strandläufer außerdem an den Küsten von Nordamerika, Kanada, Grönland, Russland, England und vereinzelt in Deutschland im Wattenmeer sehen. Mit einer Größe von ca. 21 cm und einer Flügelspannweite von ca. 43 cm ist er fast so groß wie ein Alpenstrandläufer. Wie sieht der Meerstrandläufer aus? Zum Aussehen und zum Bestimmen der Federkleider vom Meerstrandläufer zeige ich Bilder.
Männchen und Weibchen vom Meerstrandläufer sehen im Gefieder fast gleich aus. Der Unterschied liegt in der Größe und Im Gewicht. Das Weibchen ist minimal größer und schwerer. Durch ihr plumpes Aussehen sind sie unverkennba.
Sucht Ihr nur wo und wann sie brüten, was sie fressen, das Alter, die Feinde, das Gewicht, die Nahrung, den Lebensraum, den Brutplatz, die Brutzeit, das Gelege/Eier, die Flügelspannweite, die Größe, die Merkmale und das Brutgebiet, dann schaut unten im Steckbrief nach.
Nun komme ich zum Gefieder vom Männchen im Prachtkleid und zum Weibchen im Brutkleid. Ich konnte keinen Unterschied in den Federkleidern sehen. Es sehen beide im Gefieder gleich aus. Im Prachtkleid, beziehungsweise im Brutkleid ist der Rücken grauschwarz mit weißen und rostfarbenen Federbändern, Die Unterseite ist gestrichelt, der Kopf ist rostfarbend, sie haben einen hellen Überaugenstrich, der Schnabel ist leicht gebogen und zweifarbig und die Beine sind matt gelblich.
Im Schlichtkleid haben sie ein gräuliches Gefieder. Dann kann man die Männchen und die Weibchen kaum vom Jungvogel im ersten Federkleid unterscheiden.
Zur Bestimmung gehört auch ein Flugbild, auf dem Ihr die Flügelzeichnungen sehen könnt.
Auch der Meerstrandläufer hat zwei Lebensräume, zum einen das Winterquartier und zum anderen das Brutgebiet. Das Winterquartier sind die Küsten von z.B. Norwegen, Grönland, Frankreich, Spanien und Deutschland. Die Brutgebiete liegen in Europa im hohen Norden, z.B. in der steinigen Tundra in der Nähe der Küste, auf Varanger und auf Spitzbergen. Wir haben ihn im gleichen Lebensraum, wie vom Mornellregenpfeifer angetroffen. Der Meerstrandläufer ist in seinem Brutgebiet auch sehr schwer zu finden.
Die Balz findet über ihrem Brutgebiet statt. Sie fängt schon im März an und geht bis Ende Mai zum Teil noch Anfang Juni, je nach Region. Während der rasanten Balzflüge, wobei sie hoch aufsteigen und im zickzack zu Boden stürzen hört man auch ihren Gesang beziehungsweise ihre Stimme und Rufe. Die Rufe sind ein kurzes wiit oder wiit wit. Der Balzgesang ist ein schnell wiederholtes pü rrhiti rrhü rrhüi. Bei der Landung halten sie ihre Flügel hoch, wie der Rotschenkel.
Hat sich ein Paar bei der Balz gefunden bleiben sie lebenslang zusammen. Sie haben eine Jahresbrut in der Zeit von Ende Mai bis Juli. Ihr Nest bauen sie am Boden in der steinigen Tundra in der Nähe der Küste. Das Nest ist eine Mulde das mit Gras und Moos ausgepolstert wird. Sie legt 4 cremfarbene/hellbräunliche Eier mit dunklen Flecken. Die Brutdauer beträgt ca.23 Tage. Die Eier werden vom Männchen und Weibchen gleichermaßen bebrütet.
Kommt es zu Störungen am Brutplatz, laufen die Meerstrandläufer auch erst im letzten Augenblick vom Nest weg, sie verlassen sich auf ihre guten Tarnung. Sie täuschen einen gebrochenen Flügel vor und lenken so alle Aufmerksamkeit auf sich. Die Fluchtdistanz ist sehr gering, genauso wie bei den Mornellregenpfeifern.
Die jungen Küken gehören zu den Nestflüchtern. Sie suchen sich ihre Nahrung von Anfang an selber. Sobalt die jungen Küken geschlüpft sind, verlässt das Weibchen das Brutrevier und überlässt die Aufzucht der Jungen dem Männchen. Dieses Verhalten in der Vogelwelt ist ganz normal. Denn viele Männchen überlassen aber auch das Brüten und die Aufzucht der Jungvögel den Weibchen. Wie z.B. bei den Kampfläufern. Mit ca. dreieinhalb Wochen sind die Jungvögel flügge.
Was fressen die Meerstrandläufer? Die Nahrung besteht aus Würmern, Larven, Insekten, Krebstieren, Spinnen, Schnecken und Sandflöhen.
Feind Nr.1 ist der Mensch. Er zerstört ihren Lebensraum und ist auch für den Klimawandel verantwortlich. Auch für die freilaufenden Hunde im Brutgebiet ist der Mensch verantwortlich. Zu den natürlichen Feinden zählt die Vogelgrippe, die Parasiten, das Wiesel, der Fuchs, die Kolkraben, die Raubmöwen, und die Greifvögel.
Die Meerstrandläufer Weibchen verlassen als erstes Ende Juni ihr Brutgebiet, im Juli folgen die Männchen und im August gehen die Jungvögel auf den Vogelzug. Ihre Winterquartiere in Europa liegen endlang der Atlantikküsten bis nach Spanien. Auch in Deutschland im Wattenmeer kann man sie sehen. Viele Meerstrandläufer verbringen auch den Winter im hohen Norden.
Da ich oft Anfragen nach Steckbriefen bekomme, folgt jetzt ein kleiner Steckbrief über den Meerstrandläufer.
Name: Meerstrandläufer
Lateinischer Name: Calidris maritima
Ordnung: Regenpfeiferartige
Familie: Schnepfenvögel
Gattung: Strandläufer
Art: Meerstrandläufer
Verbreitung: Europa, Russland, Asien, Amerika, Kanada
Vorkommen: Europa (Deutschland, Island), Skandinavien (Dänemark, Schweden, Finnland,Norwegen), Grönland, Kanada, Nordamerika, Russland
Lebensraum: Wattenmeer, Küsten, Tundra, Moore
Größe: ca. 21 cm
Gewicht: ca. 100g
Flügelspannweite: ca. 43 cm
Geschlechtsreife: 1 Jahr
Balz: März-Mai
Brut: 1 Jahresbrut
Brutzeit: Mai bis Juli
Brutplatz: Bodenbrüter
Eier: 4
Brutdauer: ca. 23 Tage
Nestlingsdauer: Nestflüchter
Nahrung: Würmer, Larven, Insekten, Krebstiere, Spinnen, Schnecken
Feinde: Mensch, Klimawandel, Vogelgrippe, Parasiten, Wiesel, Fuchs, Rabenvögel, Raubmöwen, Eulen, Greifvögel
Zugvogel: Ja
Winterquartier: Europa, Mittelmeerraum, Wattenmeer
Alter: Lebenserwartung 15 Jahre
Höchstalter: 20 Jahre (Wiederfund)
Beobachtungen, Fotografien, Vogel-Bilder und Autor: Gerhard Brodowski Hamburg
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