Die Saatkrähe (Corvus frugilegus) gehört zur Familie der Rabenvögel. Die Saatkrähe ist in Europa weit verbreitet, bis auf Nordskandinavien und Island. Man sieht sie immer in Schwärmen. Sie gehören, je nach Standort zu den Zugvögeln (Teilzieher) oder Standvögeln. Ihre Brutgebiete liegen häufig an Stadträndern mit Ackerbau und Viehzucht. Ihre Nester bauen sie in Laubbäumen an Waldrändern, im Feldgehölz und in Straßenalleen. Bei uns in Hamburg sieht man die Saatkrähen häufig an Recyclinghöfen auf Nahrungssuche, und ihre Nester bauen sie in hohen Straßenbäumen. Mit ihren ca. 47 cm und mit einer Flügelspannweite von 98 cm ist sie kleiner als die Aaskrähe oder Rabenkrähe.
Wie sieht eine Saatkrähe im Prachtkleid aus? Dazu zeige ich Euch auch einige Fotos. Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Das Weibchen ist etwas größer und schwerer. Aussehen: Das Gefieder der Saatkrähe ist schwarz. In der Sonne schimmert das Gefieder bläulich violett. Der Kopf ist schwarz, der Schnabel ist sehr kräftig und am Ansatz ist er hellgrau. Die Augen sind dunkel und die Beine sind dunkel und haben starke Krallen.
Mit ihrem hellen Schnabelansatz sind die Saatkrähen unter den Rabenvögeln unverkennbar. Die Saatkrähen brüten in Kolonien. Ihre Nester befinden sich in der Krone von Laubbäumen. Die Nester liegen sehr dicht beieinander. Im Frühjahr (März) kann man die Balzflüge beobachten. Bei den Balzflügen hört man auch viele verschiedene Rufe. Der Ruf, die Stimme ist ansonsten meistens ein tiefes kurzes gäk oder ein gedrungenes kroh. Während der Balz gibt es vom Partner Balzgeschenke (Nahrung), und das Gefieder wird sich gegenseitig geputzt. Haben die Paare sich zusammengefunden, bleiben sie ein Leben lang zusammen.
Saatkrähen bauen ihre Nester aus kleinen Zweigen und legen es mit etwas Gras, Moos und trockenen Blättern aus. Die Nester werden über Jahre genutzt und im Frühjahr wieder ausgebessert. Saatkrähen haben eine Jahresbrut in der Zeit von März bis Juni. Sie legen meistens 4 grünliche Eier mit braunen Flecken. Die Brutdauer beträgt ca. 18 Tage. Das Weibchen brütet alleine, und wird während dieser Zeit vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die jungen Saatkrähen gehören zu den Nesthockern. Die Jungen werden von beiden Eltern ca. vier Wochen im Nest mit Nahrung versorgt. Die Nahrung besteht aus junger Saat, Würmern, Insekten, Larven,Schnecken, kleinen Säugetieren, Aas, Obst und Beeren. Wenn die Jungen flügge geworden sind, sieht man sie auf Wiesen und Äckern nach Regenwürmern suchen.
Saatkrähen haben auch Feinde. Zu ihren Feinden gehört der Uhu, der Habicht, der Waschbär, der Baum- und der Steinmarder, die Falken, die Rabenvögel und der Mensch. In kleine Brutkolonien von Saatkrähen dringt sogar der Kolkrabe ein und holt sich die Eier und die Jungen. Früher wurden bei uns in Deutschland die Saatkrähen gefangen und kamen als Delikatesse auf den Tisch. Heute werden sie immer noch vom Menschen bejagt. Krähen werden heute genauso wie Stare mit Starenschreck (Vogelschreck) aus Dörfern und Städten vertrieben.
Saatkrähen halten sich in Städten häufig in Industriegebieten auf, in denen sich Getreidemühlen, Genossenschaften und Recyclinghöfe befinden. Dort finden sie immer genügend Nahrung. Im Winter halten sich viele Saatkrähen auch an Bauernhöfen mit Vieh- und Pferdehaltung auf. Saatkrähen fliegen Abends zu ihren gemeinsamen Schlafplätzen. Je nach Standort versammeln sie sich und gehen gemeinsam auf den Vogelzug.
Da ich oft Anfragen nach Steckbriefen bekomme, folgt jetzt ein kleiner Steckbrief über die Saatkrähe.
Größe: 47 cm
Gewicht: 550g
Flügelspannweite: 98 cm
Eier: 3-6
Brutdauer: 18 Tage
Nestlingsdauer: 32 Tage
Nahrung: Sämereien (Saat), Eier, Vögel, kleine Säugetiere, Insekten, Früchte,
Abfall,
Alter: 12 Jahre
Feinde: Greifvögel, Rabenvögel, Uhu, Marder, Waschbär, Mensch
Weitere Infos über Rabenvögel und Steckbriefe findet ihr unter, Rabenvögel und Vogelsteckbriefe.
Weiterhin viel Spaß auf meinen Seiten, wie z.B. Besonderheiten aus der Vogelwelt oder der Papageientaucher.
Unsere schönsten Beobachtungen haben wir in Hamburg, in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und in Niedersachsen gemacht.
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Beobachtungen, Fotografien, Vogel-Bilder und Autor: Gerhard Brodowski Hamburg
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