Der Papageientaucher (Fratercula arctica) sieht mit seinem großen dreieckigen Schnabel wie ein kleiner Clown aus. Auf Island wird der kleine Kerl mit seinem farbenfrohen Schnabel nur Lundi genannt.
Der Papageientaucher gehört zur Familie der Alkenvögel. Zu den Alkenvögeln gehören auch z. B. die Trottellumme und der Tordalk. Vorkommen und Verbreitung: Ihr Lebensraum ist der Nordatlantik. In Europa kann man die Papageientaucher an den Küsten von Norwegen, Britischen Inseln, Färoer Inseln, Island und sogar an Frankreichs Küste in der Bretagne sehen. Früher brüteten auch einige Papageientaucher auf Helgoland. Wir haben den Papageientaucher auf Island in seinem Brutgebiet beobachtet.
Wie sieht der Papageientaucher aus? Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Die Männchen sind etwas größer und etwas schwerer als die Weibchen. Mit ihren ca. 30 cm sind sie etwa so groß wie bei uns die Türkentauben. Die Flügelspannweite von den Papageientauchern beträgt ca. 60cm. Aussehen: Der Papageientaucher hat ein schwarzes Obergefieder, einen schwarzen Kopf mit weißgrauen Gesichtshälften, dunkle Augen, einen blaugrau, orange, gelb und rot gemusterten dreieckigen Schnabel, einen schwarzen Hals, eine weiße Unterseite, rote Beine mit Schwimmhäuten zwischen den Zehen und kräftige Krallen.
Papageientaucher halten sich außerhalb der Brutzeit auf dem offenen Meer auf und kommen nur zum brüten ans Land. Papageientaucher brüten in Kolonien mit Trottellummen, mit Eissturmvögeln und mit Tordalks. Die Balz beginnt im April schon auf dem Meer, und die Paare kommen schon verpaart ans Land.
Während der Balz am Land, sieht man die Lundis an der Felswand stehen und nach ihren Partner rufen. Der Ruf und die Stimme hört sich an wie ein aaarr oder aar-o-arr. Hin und wieder hört man die Partner in der Bruthöhle rufen, wenn sie beim brüten abgelöst werden wollen.
Wenn keine geeignete Bruthöhle vorhanden ist, graben sie sich selber eine, wie der Eisvogel bei uns in Deutschland. Die Brutröhre ist in der Regel 1-1,5 m tief und hat einen Durchmesser von ca.14cm. Der Eingang zur Brutröhre kann schon mal 50 cm groß sein. Die Nestkammer am Ende der Röhre hat in der Regel einen Durchmesser von 40 cm. Die Eingänge zu den Nestern der Papageientaucher sehen aus wie Kaninchenbauten.
Haben sie ihre Brutröhre fertig, geht es los für das Nest Nistmaterial zu suchen. Ihr könnt Euch vorstellen dass das in einer großen Kolonie nicht so einfach ist, denn jeder will sein Nest mit Federn auspolstern. Und da nicht für alle Lundis genügend Federn vorhanden sind, müssen sich einige Papageientaucher Gras ausrupfen.
Ist das Nest ausgepolstert, legt der Papageientaucher nur ein Ei. Die Brutdauer/Brutzeit beträgt ca. 36 Tage. Beide Eltern lösen sich beim brüten ab. Die jungen Papageientaucher gehören zu den Nesthockern. Die Nestlingsdauer beträgt ca. 40 Tage. Die jungen Küken werden von beiden Eltern mit Nahrung versorgt. Die Nahrung der jungen Küken besteht überwiegend aus Sandaalen. Die Nahrung besteht ansonsten aus verschiedenen kleinen Fischen und Krebstieren.
Feinde: Wenn die Jungen zwei Wochen alt sind, hört man sie in den Brutröhren nach Nahrung rufen. Und das hört z.B. der Polarfuchs auf Island und der Rotfuchs in Norwegen. Viele Nester der Lundis sind dicht unter der Grasnarbe angelegt, und das wiederum ist ein leichtes Spiel für den Fuchs um sie wieder auszubuddeln. Außerdem gehört zu ihren Feinden der Skua, der Kolkrabe, die Groß-Möwen (z.B. Mantelmöwe), die Greifvögel und der Mensch. Die Raubmöwen und Großmöwen versuchen den Papageientauchern auf dem Weg zum Nistplatz ihre frisch gefangenen Sandaale abzujagen. Hin und wieder schnappen sich die Großmöwen oder der Skua auch einen Altvogel. Häufig bekomme ich die Anfrage: „Warum gehört der Mensch zum Feind der Vögel?“ Hier ist das beste Beispiel. In Island steht der Papageientaucher, als Spezialität auf einigen Speisekarten und die Eier vom Lundi sind bei den Isländer sehr begehrt.
Wenn die jungen Papageientaucher im Spätsommer ihr Nest verlassen haben, sieht man auch einige Jungvögel in Dörfern und in den Städten herumfliegen.
Wir haben schon mehrfach Beobachtungen von Papageientauchern in der Natur gemacht. Wie z.B. Norwegen, Helgoland, Schweden und Island. Uns fiel im besonderen auf, das die Anzahl der brütenden Papageientaucher in den letzten Jahren am Vogelfelsen (Latrabjarg) auf Island stark zurückgegangen ist. In der Zeit als wir unsere Beobachtungen am Vogelfelsen machten, kamen täglich viele Touristen aus der ganzen Welt um am bekanntesten Brutplatz (Latrabjarg) Papageientaucher zu beobachten und zu fotografieren. Viele Touristen warteten Stunden um einen Lundi fotografieren zu können. Viel Besucher vom Vogelfelsen Latrabjarg auf Island wissen nicht, das während der Brutzeit der eine Vogel brütet und der andere Vogel auf dem Meer nach Nahrung sucht. Am späten Abend (22 Uhr Ortszeit) und am frühen Morgen (5 Uhr Ortszeit) fanden die meisten Brutablösungen unter den Paaren statt. Aber zu diesen Zeiten befanden sich kaum Touristen am größten Vogelfelsen von Island.
Wie immer zum Schluss einige Fotos die wir bei unseren Beobachtungen in der Natur von Norwegen, Island, Helgoland und Schweden fotografiert haben. Wollt ihr mehr Bilder zu Thema Papageientaucher sehen, dann besucht meine Seite, Papageientaucher-Bilder.
Da ich oft Anfragen nach Steckbriefen bekomme, folgt jetzt ein kleiner Steckbrief über den Papageientaucher.
Größe: 30 cm
Gewicht: 500g
Flügelspannweite: 60 cm
Eier: 1
Brutdauer: 36 Tage
Nestlingsdauer: 40 Tage
Nahrung: Fisch (Sandaale, Hering, Sprotten), Krebstiere
Alter: 20 Jahre
Zugvögel: Ja
Feinde: Skua, Groß-Möwen, Fuchs, Polarfuchs, Mensch
Weitere Infos für Bio und Steckbriefe zum Thema Vögel, unter Vogelsteckbriefe.
Weiterhin viel Spaß auf meinen Seiten, wie z.B. der Uhu oder der Zaunkönig.
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Beobachtungen, Fotografien, Vogel-Bilder und Autor: Gerhard Brodowski Hamburg
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