Der Uhu (Bubo bubo) ist die größte Eule mit einer Gesamtlänge von bis zu 75 cm bei einem Gewicht von ca. 3,4 kg. Weibliche Uhus haben eine Spannweite von etwa 1,80 m und können bis zu 25 Jahre alt werden.
Die Balz der Uhus fängt schon im Februar an und während der Balz wird das
Uhu-Weibchen vom Männchen mit Nahrung versorgt. Uhus brüten gerne in Habicht-
und Bussardnestern, Steinbrüchen, Kirchtürmen oder in einer Mulde am Boden. Sie
legen 2 bis 5 Eier und die Brutdauer beträgt ca. 35 Tage. Das Uhu Weibchen
brütet alleine und das Männchen ist für die Nahrungsbeschaffung zuständig. Die
kleinen Uhus werden ca. 150 Tage lang mit Nahrung versorgt. Die Nahrung besteht
aus Ratten, Igeln, Eichhörnchen, Kaninchen, Krähen oder auch schon mal Aas. Über
die Nahrung der Uhus findet Ihr noch mehr unter: Fütterung der Uhus.
Ich habe vor kurzem mehrere Tage kleine Uhus beobachtet.
Da konnte ich mal wieder sehen wie liebevoll kleine Uhus miteinander umgehen. Dazu sagen die Bilder auf meiner Seite Das Rendezvous wohl alles.
In den Tagen während ich die kleinen Uhus beobachtet habe, wird mir mal wieder bestätigt das kleine Uhus vom Habicht angegriffen werden. Ich war gerade dabei die Kleinen Uhus zu fotografieren – da schrie ein kleiner Uhu laut los. Als ich mich umdrehte sah ich den Habicht kommen.
Der Habicht ist im Anflug. Aber der kleine Uhu weiß sich zu helfen – wie die folgenden Bilder zeigen.
Durch den Aufschrei des kleinen Uhus war das Uhu Weibchen sofort zur Stelle, und der Habicht suchte schreiend das Weite. Schade ist nur, das man zur Zeit nur eine Sache fotografieren kann, weil alles so schnell geht.
Die Uhus werden häufig bei ihrer Brut gestört. In den Wäldern durch Holzeinschlag und Aufhorstung mit schweren Geräten. Ich habe selber miterlebt, das während der gesamten Brutzeit und Nestlingsdauer bis direkt unter einen Uhunest gearbeitet wurde. Es wurde keinerlei Rücksicht genommen. Profit geht eben bei einigen immer noch vor dem Naturschutz. Mehr zum Thema Feinde der Uhus und Störungen findet Ihr auf der Seite Gefiederstörungen bei Junguhus.
Auch die Uhus in den Kieskuhlen haben es nicht leicht. Sie werden nicht durch die anfallenden Arbeiten der Kieskuhlen Betreiber gestört, sondern durch die verschiedenen Freizeitaktivitäten an den Wochenenden. Diese sind z. B. Partys mit Lagerfeuer, Motorcross, Gleitschirmflieger und Familien die ihre Hunde frei herumlaufen lassen. Die meisten Menschen wissen zuwenig über Bodenbrüter, und zerstören häufig ungewollt viele Brutplätze. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Leute einsichtig sind, wenn man Sie hieraufhin anspricht. Auch in kleinen Waldkiesgruben, finden Uhubruten statt. Uhus haben bestimmte Plätze, an denen sie ihre Beute rupfen. Diese Plätze nennt man Rupfplätze. Ich zeige Euch jetzt einen Rupfplatz im Wald und einen typischen Rupfplatz an der Abbruchkante einer Kiesgrube.
Sollten Ihr auf solche Plätze stoßen, denkt daran hier ist Uhugebiet und verhaltet Euch entsprechend.
Ich hatte einmal sogar das Glück, dass am Nachmittag in einer Kiesgrube am Rupfplatz vom Uhu ein Seeadler gelandet ist. Es stellte sich heraus, dass der Brutplatz des Seeadlers ganz in der Nähe lag. Die Brutplätze des Uhus und des Seeadlers lagen garnicht so weit auseinander.
Wir haben Anfang April 2008 nachts immer noch Bodenfrost. Trotz allem sind die ersten Uhus geschlüpft und das auch noch als Bodenbrüter. Mit den ersten Sonnenstrahlen sind die jungen Uhus schon recht munter. Es wird erstmal kräftig gegähnt, dann wird das Geschwisterchen geweckt und begrüßt.
Auch der bekannteste Uhu in Deutschland auf dem Ohlsdorfer Friedhof brütet wieder in einer extra für ihn angebrachten Nisthilfe. Und das ist gut so, weil die jungen Uhus sehr viel Ruhe brauchen.
Die jungen Uhus auf dem Ohlsdorfer Friedhof sind geschlüpft und das Uhu Weibchen muss sich erstmal von der langen Brutdauer erholen.
Der schlimmste Feind vom Uhu ist der Mensch. Gestern machten Rabenkrähen und Bussarde mit lautem Geschrei auf sich aufmerksam. Ich schnappte mein Fernglas und den Fotoapparat und machte mich auf den Weg um die Ursache hierfür zu ergründen. Es dauerte auch nicht lange und ich machte eine schreckliche Entdeckung. Unter einem alten Habichtsnest, in dem ein Uhu gebrütet hatte, fand ich das Uhu Weibchen und eines ihrer Jungen tod auf dem Boden liegen.
Dieses meldete ich sofort und erfuhr wenig später, dass die Uhus auf ihrem Nest von unten mit Schrotkugeln erschossen worden sind. Man fand in der Baumrinde oben beim Nest Schrotkugeln und ein weiterer Jungvogel lag tot im Nest. Wer macht heute noch so etwas? Ich kann nicht begreifen wer so eine Uhu-Familie, die keinem Menschen etwas tut, einfach auslöscht. Hier noch einmal ein Bild von einem kleinen putzigen Uhu.
Hoffentlich mache ich nicht noch einmal eine so schreckliche Entdeckung.
Nun noch eine Bitte an alle Hunde Besitzer. Behaltet Eure Hunde im Wald an kurzer Leine und verlasst die Wege nicht, denn die jungen Uhus sind auch am Boden unterwegs. Nicht das diese von Ihren Hunden beschnüffelt werden und womöglich vor Angst an einem Herzschlag sterben. Das will doch keiner!
Nun kommen wir zu einer erfreulichen Nachricht. Kürzlich konnte ich beobachten wie ein Uhu Weibchen seine Jungen mit einer Ratte füttert.
Nach der Fütterung flog das Uhu Weibchen auf ihren Ansitz.
Wenn man sich die Zeit nimmt und Uhus länger beobachtet, wird man ganz schnell feststellen, dass die Gefiederpflege schon mal über 2 Stunden am Stück dauern kann.
Und wieder machte ich eine schreckliche Entdeckung. Ich fand einen jungen Uhu tot unter seinem Nest und um ihn herum lagen überall Beutereste. Ich meldete dies sofort und bekam am nächsten Tag die Nachricht, dass der junge Uhu vom Habicht angegriffen wurde und mit dessen Fangklaue am Kopf tödlich verletzt wurde. Der Habicht zählt zu den größten Feinden der Junguhus.
Hoffentlich versteckt sich dieser junge Uhu weiterhin gut im Wald, so dass der Habicht ihn nicht erwischen kann.
Vor über einer Woche habe ich einen jungen Uhu entdeckt, der nicht mehr fliegen konnte. Wir fingen ihn ein und brachten ihn zur tierärztlichen Untersuchung. Es stellte sich heraus, das seine Flugunfähigkeit durch Stress mit Bussarden in seinem Revier ausgelöst worden ist. Er wurde in einer Falknerei innerhalb von 8 Tage gesund gepflegt. Danach konnten wir ihn wieder in seinem Revier auswildern. Die Auswilderung war ein grosser Erfolg. Der Junguhu wurde sofort von seinen Eltern und den Geschwistern wieder im Familienverband aufgenommen. Es ist überhaupt kein Problem junge Uhus wieder auszuwildern, solange die Geschwister im Uhurevier noch von den Eltern gefüttert werden.
Stacheldraht – muss das noch sein?
Was so ein Stacheldrahtzaun so alles anrichtet. Und wieder mußte ein Uhu dran
glauben. Der kleine Uhu verfing sich mit seinem Gefieder am Kopf und seinem
Flügel im Stacheldraht und musste qualvoll umkommen. Seine Geschwister haarten
weiterhin im tiefen Graß bei ihm aus.
Wenn mich heute jemand fragt, wo brüten Uhus kann ich ausser den bekannten Brutstellen noch Schrottplätze und Flachdächer nennen. Wir haben – wie Ihr gleich sehen werdet – einen sehr interessanten Brutplatz vom Uhu auf einem begrünten Flachdach mit seitlichen Terrassen entdeckt. Wir fanden hier mehrere Rupfungen von Krähen und Tauben, Gewölle und Federn vom Uhu. Anhand der vielfältigen Spuren konnten wir feststellen, dass hier schon mehrere Bruten in der Vergangenheit statt gefunden haben.
Wenn die jungen Uhus flügge geworden sind und das Revier der Eltern Ende September Anfang Oktober verlassen, fängt das Uhu Männchen wieder mit den abendlichen Revierrufen an. Diese Revierrufe können bis zu einer Stunde dauernd und aus über hundert einzelnen Rufen bestehen.
Auch bei den Uhus ist die Wirtschaftskrise angekommen. Im Jahre 2009 haben viele Menschen Ihre Freizeitaktivitäten aus Kostengründen in die Natur (Kiesgruben) verlegt. Durch diese unterschiedlichen Störungen z. B. Partys, ferngesteuerte Hubschrauber, Motorcross und Gleitschirmflieger werden die Uhus ständig in Panik versetzt und haben somit noch eine Reihe zusätzlicher Feinde bekommen.
Sie springen dann in die Vegetation und verletzen sich das Gefieder. So wie Ihr gleich sehen könnt, haben einige Uhus kaum noch Armfedern, so dass Sie bald gar nicht mehr fliegen können und somit dem Tod ausgesetzt sind. Wenn ich im Spätherbst Junguhus antreffe die nicht fliegen können, werden diese eingefangen und in Falknereien aufgepäppelt bis sie wieder flugfähig sind und dann ausgewildert werden können.
Die Uhus in Deutschland haben sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Die
Brutnachweise sind deutlich angestiegen und deshalb wurde der Uhu in Deutschland
gleich wieder von der Roten Liste der bedrohten Arten entfernt.
Bei der Kontrolle der Uhu Brutnachweise für 2010, stellte ich fest das aus
einigen Revieren die Uhu-Weibchen plötzlich verschwunden sind. Ausserdem sind
2010 die Bodenbruten der Uhus deutlich zurück gegangen.
Die Besonderheiten vom Uhu kurz zusammengefasst. Eine Besonderheit von ihm ist es sich seiner Umgebung so anzupassen, das man ihn nicht bemerkt. Er lebt mit dem Fuchs, dem Reh und dem Hasen in einem Revier ohne das sie sich zu nahe kommen. Uhus lernen voneinander. Mehr dazu unter Uhus auf Wanderschaft. Eine weitere Besonderheit ist es das dem Uhu Sachen unterstellt werden, z.B. König der Lüfte, fängt Schwalben im Flug. Ich konnte bis jetzt nur beobachten das der Uhu sich die Uferschwalben holt, wenn sie aus dem Nest gefallen sind. Und so werden die Schwalben im Gewölle nachgewiesen. Zahme Uhu werden gerne als Fotomotiv auf einen Hasen gesetzt und abgelichtet. Und das noch am Tage. Obwohl es doch heißt, der Uhu ist nachtaktiv! Ihr findet noch weitere Besonderheiten unter: Ruf der Junguhus oder Fütterung der Uhus.
Da ich oft Anfragen nach Steckbriefen bekomme, folgt jetzt ein kleiner Steckbrief über den Uhu.
Größe: 75 cm
Gewicht: 3400g
Eier: 2-5
Brutdauer: 35 Tage
Nestlingszeit: 30 Tage
Nahrung: Ratten, Mäuse, Igel, Krähen
Alter: Natur bis 25 Jahre Gefangenschaft bis 60 Jahre
Feinde: Habicht, Bussard, Kolkrabe, Wildschwein, Mensch
Weitere Steckbriefe über verschiedene Eulen gibt es auf der Seite: Eulen Steckbriefe.
Weitere Beobachtungen über den Uhu gibt es z.B. auf den Seiten Uhus in Hamburg und Uhu Fütterung.
Ich freue mich über Ihre Kommentare und Anregungen: