Allgemeine Information über den Uhu findet Ihr auf meiner Seite: Der Uhu.
Nun zeige ich Euch einen besonderen Brutplatz von einem Uhu. Arbeiter im Hamburger Hafen haben beim verladen von Schrott einen kleinen Uhu entdeckt. Die Brutstätte befand sich auf einer Trennwand zwischen Hafenkränen und der Kaimauer. Hier haart der kleine Uhu zwischen Schrott - und Beuteresten aus. Die Mutter sitzt ca. 50m weit weg auf einer Pappel und hat ihn immer im Auge.
Ich habe den kleinen Uhu bis zu seinem Ausfliegen regelmäßig besucht.
Dabei fiel mir auf das ein Elternteil immer ganz in seiner Nähe zu
finden war, um ihn vor den Sperber und Krähenangriffen zu schützen.
An einem Wochenende fand ich den kleinen Uhu auf einem Schrotthaufen
sitzen mit nur einem geöffneten Auge. Ich dachte zuerst das das Auge
bei einem Angriff verletzt wurde, konnte aber am nächsten Tag
feststellen, dass sich eine Zecke an dem Augenlid verbissen hatte.
Solange der kleine Uhu an seinem Brutplatz war, gab er nie Bettelrufe
von sich. Diese konnte ich erst hören als der kleine Uhu den Brutplatz
verlassen hatte. Durch das Hören der Rufe konnte ich auch feststellen,
dass es sich um einen weiblichen Uhu handelt (die Tonlage zwischen den
Geschlechtern ist unterschiedlich). Noch eine weitere Besonderheit bei
diesem Uhu ist die Tatsache, das er erst seinen Brutplatz verlassen
hat nachdem er fliegen konnte. Üblicherweise bewegen sich die Uhus
erst ein paar Wochen am Boden bevor sie das Fliegen erlernen.
Dem jungen Uhu Weibchen gefiel es anscheinend im Grünen nicht so
gut, denn ich fand es 2 Tage nach dem Ausfliegen wieder auf dem
Schrottplatz.
Die Arbeiter vom Schrottplatz haben sich sehr bemüht, dass dem kleinen Uhu nichts passiert und haben ihm zum Schutz vor Sonne und Feinden eine große Blechtafel hingestellt. Dafür ein herzliches Dankeschön. Es war ein sehr schönes Fotomotiv als der kleine Uhu an dem Blech vorbeischaute – so dass ich dieses bei einem Plakataufruf zum Thema Kultur und Natur im Klimawandel bei der IBA Hamburg einreichte.
Man kann das Uhu Männchen zur Zeit (Januar) in der Abenddämmerung auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg hören. Und wenn man viel Glück hat, kann man ein Uhu Männchen auch im Hamburger Hafen oben auf einem Kran sitzend hören und sehen.
Da das Uhu Pärchen sein Brutrevier auf dem Schrottplatz den ganzen Winter über nicht verlassen hat, haben die Angestellten vom Schrottplatz zum Schutze des Brutplatzes eine Blechplatte angeschweisst. Ich habe die herumliegenden Schrotteile entfernt und dafür einen Sack Rindenmulch und ein paar Eimer Sand und Steine hingekippt. Und somit sind nun alle gespannt, ob der Uhu auch in diesem Jahr (2009) hier wieder brütet.
Es gibt auch noch einen Artikel zum Thema Gefiederstörung bei Junguhus und einen zum Thema Ruf der Junguhus.
Ich freue mich über Ihre Kommentare und Anregungen: