Die Uhus sind nicht anspruchsvoll in der Wahl ihrer Brutplätze. Wichtig sind ein gutes Nahrungsangebot und eine gute Deckung. Das Männchen hält sich während der gesamten Brutsaison immer in der Nähe des Brutplatzes auf.
In den Wäldern ist es für den Uhu wichtig das genügend Bussard- und Habichtnester vorhanden sind. Da er sich selber keine Nester baut, ist er auf große Greifvogelnester angewiesen. Der Uhu ist in allen unseren Wäldern heimisch, wie z. B. im Mischwald, im Fichten-, im Buchen- und im Lärchenwald.
Findet der Uhu kein geeignetes Nest, schart er sich eine Mulde am Wurzelwerk eines Baumes.
Oder er legt seine Eier mitten im Wald neben einen Ast auf den Boden. Denn der Uhu verlässt sich auf seine gute Tarnung, und weiß auch, dass wenn die Jungen schlüpfen die verschiedenen Pflanzenarten z. B. verschiedene Farne und Blaubeer- und Himbeersträucher groß genug sind um ihnen genügend Deckung zu geben.
Der Uhu nimmt auch eigens für ihn angebaute Nisthilfen an. So z.B. auch auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg.
Und nun kommen wir zu den Uhu Brutplätzen in Kieskuhlen. Es ist dem Uhu egal, ob er in einer stillgelegten Kieskuhle oder in einer Kieskuhle brütet, in der gearbeitet wird. Wichtig sind ein paar Bäume im näheren Umfeld, die dem Uhu Männchen als Deckung dienen. Für den Brutplatz bevorzugen die Uhus Plätze, an denen sie die Morgensonne ausnutzen können, und wo eine Deckung wie z.B. Sträucher, Steine oder Wurzelwerk vorhanden sind.
Sogar in den Elbauen an Steilhängen brüten sie unter Brombeerbüschen, hinter alten Stuppen und kleinen Sträuchern.
Wenn es mal vorkommt, dass der Brutplatz so ungünstig liegt, dass der Uhu an dieser Stelle im nächsten Jahr nicht mehr brüten kann z.B. durch weiteren Abbau in der Kieskuhle, kann man dem Uhu einen neuen Brutplatz anbieten. Ich habe einem Uhupaar ein paar Plattformen angelegt auf denen das Uhumännchen während der Balz seine Nestmulden auskratzen konnte, und zu meiner Freude entschied sich das Uhuweibchen für eine dieser Plattformen und brütete dort auch erfolgreich.
Nun komme ich zu den Gebäude- und Dachbrutplätzen. Es siedeln sich immer mehr Uhus in Dörfern und Städten an. Da das Nahrungsangebot durch Zunahme von Ratten und Tauben sehr groß geworden ist. Sie brüten meistens in Kirchentürmen oder auf Flach- und Terassendächern. In der Nähe von einer Dachterassenbrut hatte ein Gartenrotschwanz Pärchen sein Revier. Wenn sich morgens das Uhumännchen sonnte, flog das Gartenrotschwanz-Weibchen Angriffe um ihn aus ihren Revier zu vertreiben.
Sogar im Hamburger Hafen auf einem Schrottplatz brüten Uhus, und mehr dazu auf meiner Seite Uhus in Hamburg. Es ist immer wieder schön anzusehen, wenn das Uhumännchen abends auf einem Kran oder Sandhaufen sitzt und seinen Revierruf absetzt.
Nun zeige ich Euch noch wie Uhunester nach einer Brutsaison aussehen können. Im ersten Nest sind schon zwei Junge mit einem Teil des Nestes herunter gefallen. Bei dem zweiten Nest - es war eine Viererbrut - sind drei Junge mitsamt dem Nest hinunter gefallen und der Vierte saß noch einige Tage alleine oben im Baum.
Weitere Informationen über die Brutzeit des Uhu gibt es auf der Seite Der Uhu.
Ich freue mich über Ihre Kommentare und Anregungen: