Der Wanderfalke

Den Wanderfalken kann man heute in ganz Europa sehen, außer auf Island. In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts war das keine Selbstverständlichkeit. Dem Wanderfalken ging es genauso schlecht wie dem Uhu. Er stand kurz vor dem Aussterben durch DDT und andere Pestizide. Die Menschen plünderten die Nester der Wanderfalken um die Eier oder Jungvögel zu verkaufen. Der Wanderfalke gehört in einigen arabischen Ländern zum Statussymbol und gehört dort zum guten Ansehen. Das hat dem Wanderfalken in seinem Brutbestand bei uns sehr geschadet. Verlässt der Falke seinen Brutplatz und Krähen bekommen dies mit, stürzen sie sich sofort auf die Eier. Der Uhu gehört auch zu seinen Feinden, denn beide brüten in fremden Nestern und das kann zum Konflikt führen. Heute wird der Wanderfalke, genauso wie der Uhu, streng geschützt. Wanderfalken-Weibchen und Männchen unterscheiden sich hauptsächlich in der Größe. Mit ihrem schiefergrauen Rücken, schwarzblauen Nacken und Kopf, weißer Kehle und der quer gebänderten Brust, dunklen Backenstreifen ist der Wanderfalke gut zu erkennen.

Wanderfalken-Steckbrief
Wanderfalke

Das Wanderfalken-Weibchen ist mit ihren ca. 50 cm fast so groß wie ein Mäusebussard. Das Falken-Männchen ist mit seinen ca. 38 cm so groß wie eine Waldohreule. Wanderfalken bauen genauso wie die Eulen keine eigenen Nester und somit sind sie auf Nester von Bussarden und Rabenvögeln angewiesen. Es werden zum Teil künstliche Nisthilfen zum Brüten für den Wanderfalken angebracht. Wir haben auf Fernsehtürmen, Kirchtürmen und Industrieanlagen Nisthilfen für Wanderfalken angebracht. Die Nisthilfen wurden von den Wanderfalken mit Erfolg angenommen.

Nisthilfe auf einem Fernsehturm Nisthilfe auf einer Industrieanlage Junger Wanderfalke in einer Nisthilfe
Nisthilfen für Wanderfalken

Der Wanderfake brütet gerne sehr hoch. Als Ansitzjäger stürzt er sich auf vorbei fliegende Vögel. Es kommt aber auch vor, wie z.B. auf der Insel Trischen, das Wanderfalken mit Erfolg auf dem Boden brüten. Wir haben auch schon häufiger Bruten von Wanderfalken in alten Krähennestern auf Industrieanlagen vorgefunden. Sie brüten aber auch auf Felsvorsprüngen im Gebirge und an der Küste. Wanderfalken haben eine Jahresbrut in der Zeit von März bis Juni. Sie legen 2 bis 5 Eier, die Brutdauer beträgt ca. 32 Tage und die Jungen werden dann ca. 42 Tage mit Nahrung versorgt.

Wanderfalke aus Handaufzucht Zwei junge Wanderfalken Wanderfalkenbrut im Industriegebiet
Junge Wanderfalken

Wanderfalken legen sich während der Brutzeit ein Vorratslager an. Wenn das Männchen Beute geschlagen hat, übergibt er die Beute im Flug an das Weibchen. Wenn zu viel Beute gefangen wird, wird diese überschüssige Beute im Vorratslager abgelegt. Die Nahrung der Falken besteht überwiegend aus Vögeln, die sie in der Luft erbeuten. Zur Haupt-Nahrung zählen: Tauben, Krähen, Möwen (Sturmmöwe, Lachmöwe, Silbermöwe), verschiedene Entenarten, Limikolen, Stare, Amseln, Haussperlinge und viele, viele andere Vögel. Wenn bei den Wanderfalken genügend Nahrung im Revier vorhanden ist, findet man Beutereste an denen nur das Muskelfleisch fehlt.

Vorratslager eines Wanderfalken Wanderfalken-Brutplatz im Krähennest Beutereste vom Wanderfalken
Wanderfalkennest und Wanderfalkenbeute

Ich zeige Euch ein paar Bilder, auf denen Ihr sehen könnt wie schön die Aussicht vom Wanderfalken ist, wenn er oben am Industrieschornstein sitzt.

Wanderfalken-Pärchen auf einem Schornstein Hamburger Hafen Hamburger Hafen
Aussicht vom Wanderfalken

Die Falken zählen weltweit zu den schnellsten Vögeln. Der Wanderfalke bringt es auf über 300 Stundenkilometer. Dazu nun ein paar Flugbilder.

Wanderfalke nimmt Fahrt auf Wanderfalke nimmt Fahrt auf Wanderfalke nimmt Fahrt auf
Wanderfalke nimmt Fahrt auf

Ich habe bei der Wanderfalkenberingung ein Bild aufgenommen, auf dem Ihr schön sehen könnt, wie das Weibchen ihren Brutplatz umkreist um genau zu sehen, was da mit ihren Jungen geschieht. Hierbei hört man Ihren Warnruf sehr gut. Es ist ein Kek-Kek-Kek oder Gäk-Gäk-Gäk.

Wanderfalken-Weibchen im Gleitflug
Wanderfalken-Weibchen im Gleitflug

Die Sturmmöwe weiß ganz genau, dass im Augenblick vom Wanderfalken keine Gefahr ausgeht, denn der Falke hat nur seine Jungen im Blick. Die Sturmmöwen (2400 Brutpaare) brüten im Industriegebiet unterhalb vom Wanderfalken. Somit braucht der Falke sich um die Nahrung für seine Jungen keine Sorgen machen.

Wanderfalke und Sturmmöwe
Wanderfalke und Sturmmöwe

Auf einer anderen Seite habe ich über einige Brutplätze in Hamburg berichtet. Solltet Ihr Brutplätze von Wanderfalken in und um Hamburg kennen, gebt mir bitte auf meiner Kontaktseite Bescheid. Nun zum Schluss ein Bild auf dem Ihr erkennen könnt, wie der Wanderfalke in der Luft kurz abbremst bevor er die Beute greift. Wanderfalken beobachten könnt Ihr in den Wintermonaten an der Nordseeküste, da dort viele aus Skandinavien überwintern und ihre Beute jagen.

Wanderfalke beim jagen
Wanderfalke beim Jagen

Da ich oft Anfragen nach Steckbriefen bekomme, folgt jetzt ein kleiner Steckbrief über den Wanderfalken.

Wanderfalke-Steckbrief

Größe: Weibchen: 50 cm, Männchen: 38 cm
Gewicht: Weibchen: 1200 g, Männchen: 600 g
Eier: 2-5
Brutdauer: 32 Tage
Nestlingsdauer: 42 Tage
Nahrung: Vögel
Alter: 15 Jahre
Feinde: Uhu, Krähen, Menschen

 

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