Ihr sucht etwas über die neusten Beobachtungen die es über die Jagd vom
Wanderfalken gibt. Dann seid Ihr hier genau richtig. Wann schlägt der Falke zu?
Ich habe über mehrere Jahre den Wanderfalken beobachtet um selber zusehen, wie
er jagt und welche Vögel er jagt und wiederum welche Vogelarten er nur aus
seinem Revier (Brutrevier) verjagt.
Es geht hier ausschließlich um meine eigenen Beobachtungen über Wanderfalken in
Hamburg. Es ist eine Gebäudebrut mit davor liegendem Kanal. Im Kanal suchen
sich viele Wasservögel ihre Nahrung.
Meine Beobachtungen über das Jagdverhalten der Wanderfalken habe ich zusätzlich
mit zahlreichen einzigartigen Fotos dokumentiert.
Wie Ihr auf dem ersten einzigartigen Bild sehen könnt, geht es bei der Jagd
der Wanderfalken sehr spannend zu. Wie es mit der Silbermöwe weitergeht, erfahrt Ihr
später.
Warum sind Wanderfalken so schnell? Wie viele wissen, habe ich schon auf
einigen meiner Wanderfalken-Seiten über das Jagen von Falken berichtet. Wie z.B.
Wanderfalke jagt
Tauben, Wanderfalke
im Sturzflug oder Wanderfalke und
Stockente. Wollt Ihr mehr über Wanderfalken und Falken wissen, dann besucht
meine Seite Falken. Hier erfahrt Ihr auch
etwas über den größten Falken (Gerfalke) weltweit, und den kleinsten
Falken (Merlin) den ihr auch in
Deutschland sehen könnt.
Aber nun zum Thema Jagd. Wann Jagd ein Wanderfalke und wann verjagt ein
Wanderfalke? Es heißt noch lange nicht, wenn der Wanderfalke hinter einem Vogel
her fliegt, das er ihn angreift um Beute zuschlagen. Ich zeige Euch erstmal ein
Foto auf dem Ihr sehen könnt, das der Wanderfalke einen Kormoran angreift.
Warum und wann greift der Wanderfalke einen Kormoran oder einen anderen Vogel an? Ganz einfach. Die Flugroute (Brutplatz/Fischfang) vom Kormoran (anderen Vogel) geht am Brutplatz vom Wanderfalken vorbei. Der Wanderfalke duldet in seinem Brutrevier (Umkreis ca. 100m) keinen weiteren Vogel während der Aufzucht seiner Jungen. Während der Brutzeit gibt es die Angriffe nicht so häufig. Der Wanderfalke greift verstärkt die Vögel an, bevor er seine Jungen füttert. Wenn ich z.B. früh morgens einen Aufschrei von einer Möwe, einer Ente oder einem Kormoran im Brutrevier vom Wanderfalken hörte, dann wusste ich, gleich werden die jungen Falken gefüttert. Das Wanderfalken-Paar das ich schon über Jahre in Hamburg beobachte, ist sehr gut aufeinander eingespielt. Wenn morgens beide Falken im Brutrevier waren, vertreibt einer die anderen Vögel und der andere kommt mit Beute ans Nest geflogen. Ist nur ein Falke morgens im Revier, verjagt er erst die Eindringlinge und holt dann die Beute aus dem Vorratslager. Aber nun erstmal eine Jagdszene vom Falken.
Wie Ihr auf den Bildern sehen konntet, jagt der Wanderfalke hinter einer Groß-Möwe (Heringsmöwe) her. Es ist nicht immer einfach gewesen die Fotos hinzu bekommen, da am Kanal sehr viele Bäume, Sträucher und große Pflanzen stehen. Und so hörte ich häufig hinter einem Strauch oder Baum nur den Aufschrei einer Möwe. Hinzu kommt noch die Entfernung (ca. 80m zum Brutplatz), das ich fiel gegen die Sonne fotografieren musste und viele Aktivitäten in der Frühe stattfanden (schlechte Belichtung). Die meisten Konflikte mit Möwen, am Brutplatz der Falken, fanden mit Sturmmöwen statt.
Und wenn Ihr glaubt, das die Sturmmöwen Angst vor dem Wanderfalken haben, dann muss ich Euch enttäuschen. Sie heißen nicht umsonst Sturmmöwen. Es sind sehr gute Flieger und sie können blitzschnell die Richtung wechseln. Hierdurch schießt der Falke häufig an ihnen vorbei, und so wird ganz schnell der Wanderfalke zum gejagten. Die Sturmmöwen sind auch die Möwenart, die den Wanderfalken häufig auf seinem Ansitz angreifen. Wenn Möwen angreifen koten sie ihre Feinde an. Wenn die Falken mit Beute/Nahrung für ihre Jungen unterwegs sind, sind die Sturmmöwen besonders angriffslustig. Aber seht selber die nächsten Bilder.
In unmittelbarer Nähe vom Wanderfalken brüten viele Tauben. Von diesen Tauben schlägt der Wanderfalke viele, und einige davon legt er in seinem Vorratslager für schlechte Zeiten ab. Die Fortsetzung zu dem folgenden Bild findet Ihr unter, Wanderfalke jagt Tauben.
Wie sieht es mit den Aaskrähen/Rabenkrähen und dem Wanderfalken im Brutrevier aus? Sobald sich eine Krähe nähert, bekommt sie eine Abreibung vom Wanderfalken. Das die Krähe gegen den Wanderfalken keine Chance hat, weiß sie selber. Trotzdem versucht sie es hin und wieder, an Nahrungsreste vom Falken zu kommen. Dies bekommt ihr aber nicht, wie Ihr auf den nächsten Bildern sehen könnt. Auf dem dritten Bild liegt die Krähe auf dem Rücken und der Wanderfalke lässt sie seine Krallen spüren.
Krähen sind allgemein dafür bekannt das sie Greifvögel solange mobben, bis diese verschwinden. Und wenn eine Krähe das nicht alleine schafft, kommen immer mehr Artgenossen zu Hilfe. Häufig unterstützen auch Elstern und Dohlen die Krähen. Auf meinen Uhu-Seiten habe ich mehrmals darüber berichtet. Dieses Verhalten der Krähen, konnte ich beim Wanderfalken nicht beobachten. Hier sah ich nur einzelne Krähen die Beutereste ergattern wollten. Es kam auch vor, das ein Wanderfalke mit Beute im Fang von einer Krähe angegriffen wurde. Was der Krähe zum Verhängnis wurde, da der zweite Wanderfalke zur Unterstützung kam und die Krähe die Krallen zu spüren bekam. Die Krähen haben es sehr schnell gelernt, das sie bei den Falken immer den kürzeren ziehen, und so blieben sie vom Brutplatz der Falken fern.
Die Elstern kamen nie alleine ins Brutrevier der Falken. Eine Elster passte auf und die andere versuchte an Nahrungsreste vom Falken heranzukommen, die zum Teil auf dem Dach oder in der Dachrinne lagen. Wenn der Falke im Anflug war, gab es von der einen Elster einen Aufschrei, den ich vorher bei Elstern noch nie gehört hatte. Die andere Elster flüchtete im Sturzflug vom Dach und landete inmitten von einem Gebüsch, in dem sie solange blieb bis der Falke wieder verschwand.
Wie Ihr bis jetzt erfahren habt und sehen konntet, wurden bis jetzt die Vögel nur vertrieben. Der Wanderfalke hat während der Aufzucht seiner Jungen in Hamburg keine Elster, keine Krähe, keine Enten und keine Möwe geschlagen. Er hat aber mehrere andere Vogelarten in seinen Brutrevier angegriffen um sie zu vertreiben. Ich zeige Euch ein paar Bilder aus einer Serie: Wanderfalke greift Weißstorch an. Der Weißstorch hatte Mühe dem Falken zu entkommen. Der Storch schoss spiralförmig zum Boden und der Wanderfalke hinterher. Der Falke ließ aber nicht locker und begleitete den Weißstorch bis hinaus aus seinem Brutrevier.
Die Nilgänse haben schon jahrelang im Kanal ihr Brutrevier und auf der Suche nach einen geeigneten Brutplatz, machten die Nilgänse einen Zwischenstop auf einem Ansitz vom Wanderfalken. Und was macht der Wanderfalke? Er fliegt mal wieder einen Angriff.
Beim Wanderfalken spielt die Größe der Vögel, die er vertreibt, keine Rolle. Sogar den Seeadler, den Mäusebussard, den Habicht, den Sperber, den Rotmilan, den Turmfalken, die Brandgans, die Stockente, den Graureiher und natürlich andere Wanderfalken die ins Revier kamen, hat der Wanderfalke eine Lektion erteilt. Revierkämpfe mit dem Bussard, dem Habicht und dem Sperber kann man häufiger beobachten. Über die Wanderfalken Revierkämpfe habe ich schon auf meiner Seite: Wanderfalkenschutz in Hamburg berichtet.
Nun zeige ich Euch einige Bilder auf denen Ihr sehen könnt, wie rasant der Wanderfalke in Hamburg, zwischen den Häusern jagt und Beute zum Brutplatz bringt.
Wanderfalken (Peregrine Falcons) fliegen häufig aus der Sonne heraus ihre Beute von hinten im toten Winkel an. Auch bei den Wanderfalken Angriffen (Revierkämpfen) untereinander, konnte ich dieses sehr oft beobachten.
Die Möwe vom ersten Bild hat mir mehrmals für Flugszenen zur Verfügung gestanden. Zwischendurch hat sie immer mal wieder ein paar Federn lassen müssen. Hier könnt Ihr Euch ansehen wie es aussieht, wenn der Falke von hinten angreift, aus dem toten Winkel heraus.
Wanderfalken erbeuten Schwalben und Mauersegler. Aber wie schafft der Wanderfalke das? Er ist ja nicht so wendig wie der Baumfalke. Ich konnte beobachten das der Wanderfalke über einen längeren Zeitraum täglich Mauersegler (überwiegend Jungvögel) zu seinem Nest brachte. Der Falke beobachtet ganz genau was die Schwalben und Mauersegler, an den Hauswänden so treiben (Nestbau/Brutplatz). Er flieg zu ihren Brutplätzen und schaut sich ihre Nester ganz genau an, um im richtigen Moment zu zuschlagen. Und ich wiederum beobachte den Wanderfalken bei seinen Aktivitäten um Fotos für meine Dokumentationen zu bekommen.
Durch das Anfliegen vom Wanderfalken an das Mehlschwalbennest in der Hauswand, wurde auch ich darauf aufmerksam. Hier könnt Ihr sehen, das Schwalben neue Möglichkeiten nutzen um sicher zu brüten. Die Mehlschwalben haben ein vorhandenes Loch in der Mauer, wie der Kleiber, nur verkleinert um dahinter zu brüten. Es half aber nichts! Der Falke holte acht Tage später die brütende Schwalbe aus ihrem sicher geglaubten Nest. Solche interessanten Beobachtungen macht man meistens bei Langzeitbeobachtungen in einem Gebiet.
Wie Ihr nun sehen konntet jagd der Wanderfalke seine Beute nicht nur in der Luft, er holt sie auch aus ihrem Nest. Wie schon bei der Stockente. Mehr zum Thema Beute, unter Nahrung der Wanderfalken. Ich hoffe ich konnte Euch einen Einblick über das Jagdverhalten der Wanderfalken gegen über Singvögeln, gegen über Möwen, gegen über Enten, gegen über Tauben, gegen über Störchen, gegen über Kormoranen, gegen über Gänsen und gegen über anderen Falken vermitteln.
Weiterhin viel Spaß auf meinen Seiten, wie z.B. das Alpenschneehuhn oder Skua.
Wollt Ihr zum Thema, Wissen der Vögel etwas erfahren, dann besucht meine Seiten: Was wissen Vögel und Intelligente Krähe. Meine Seite ist für Projekte im Kindergarten und in der Schule für Vorträge in Biologie und für Referate im Biologieunterricht sehr beliebt.
Unsere schönsten Vogel-Beobachtungen haben wir in Europa, in Deutschland, in Hamburg, in Bremen, in Schleswig-Holstein, in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und in Niedersachsen gemacht.
Beobachtungen, Fotografien, Vogel-Bilder und Autor: Gerhard Brodowski Hamburg
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