Die Waldohreule sieht man fast in ganz Europa. Sie hat eine Größe von ca. 35 bis 37cm und dabei ein Gewicht von bis zu 350 Gramm. Ihre Spannweite beträgt 95 cm. Männchen und Weibchen sehen fast gleich aus, man unterscheidet sie überwiegend über die Größe und das Gewicht (die Weibchen sind größer und schwerer).
Waldohreulen leben überwiegend in Nadelwäldern, mit angrenzenden offenen Feuchtgebieten. Mittlerweile leben viele dieser Eulen auch in Stadtparks, Friedhöfen und Kleingärten. Sie brüten einmal im Jahr von März bis Juni bevorzugt in Krähen- und Elsternestern. Waldohreulen legen 3 bis 6 Eier und die Brutdauer beträgt bis zu 28 Tage. Die Nestlingsdauer beträgt ca. 20 Tage und danach werden die Jungen noch bis zu 8 Wochen mit Nahrung versorgt. Das Weibchen brütet alleine, das Männchen ist für die Nahrungsbeschaffung und für die Revierverteidigung zuständig.
Wir haben schon seit Jahren eine Waldohreule nachts bei uns im Garten. Meistens hört man aber nur ihren Ruf. Dieses Jahr brachte sie das erste Mal ihre 3 Jungen mit. Da das Männchen nicht dabei war gehen wir davon aus, das ihm etwas zugestoßen ist z.B. ein Bussard- oder Habichtsangriff oder ein Autounfall. Junge Waldohreulen sind auch am Tag aktiv. Sie sind sehr neugierig und probieren alles mögliche aus.
Hier werde ich von den 3 jungen Eulen beobachtet, als ich dabei bin ein paar Ansitze für sie aufzubauen.
Wie man hier sehen kann werden die Ansitze sofort angenommen.
Die jungen Waldohreulen wissen sich zu schützen, wenn Gefahr droht. Auf der anderen Seite des Gartens sehen sie gerade ein Sperberweibchen ankommen.
Beim Ruf der Waldohreule unterscheidet man verschiedene Arten. Der Warnruf einer Waldohreule ist ein kurzes huh huh. Wenn Sie Futter für die jungen Eulen bringt, ist es ein rhythmisches hu hu bis zu 10 Mal in schneller Folge. Der Bettelruf der Jungen ist ein durchdringenden langer Piepton. Untereinander verständigen sie sich durch ein leises Jiepen.
Die jungen Eulen haben eine sehr feste Bindung untereinander. Eines der beiden Weibchen ist ständig bei dem kleinen Männchen. Es wird mit ihm geschnäbelt (wie bei den Uhus), bei der Gefiederpflege geholfen, oder man bewahrt sich gegenseitig vor einem Absturz.
Die Gefiederpflege ist für die Waldohreule sehr wichtig, damit sie in der Nacht lautlos fliegen kann.
Wenn ihr Waldohreulen, Uhus oder andere Greifvögel so seht dann wird das Obergefieder zurecht gelegt.
Da ich beobachtet habe, das sie gerne mit Tannenzapfen spielen, habe ich ein paar in unserem Garten verteilt.
Ab 22 Uhr beginnen die jungen Waldohreulen mit Angriffen auf Blätter, Tannenzapfen und Kirschen.
Da ich festgestellt habe, das kleine Eulen sehr neugierig sind wollte ich mal sehen wie sie auf einen Tennisball und kleine Stofftiere reagieren. Sie flogen sofort einen Angriff auf die neuen Dinge.
An einem anderen Abend fingen die kleinen Eulen schon um 20 Uhr an zu spielen. Diesmal drehte sich alles um Kirschen.
Eine Stunde später sah ich eine kleine Waldohreule auf unserem Starenkasten liegen — ob sie wohl zu viele Kirschen gefressen hat?
Hier sitzt schon mal eine junge Waldohreule am Tisch und wartet auf ihre Mahlzeit.
Jetzt wollte ich auch mal sehen, wie die Jungen auf Mäuse reagieren. Ich setzte spät abends eine Maus auf einen Ansitz und es dauerte nicht lange bis das kleine Männchen kam und sich daneben setzte.
Die Maus sprang vom Ansitz. Da war aber sofort der Altvogel zur Stelle.
Die kräftigste Waldohreule bekommt immer als erste die Nahrung (Arterhaltung) — sie hat ja auch lange genug am Tisch gewartet.
Waldohreulen ernähren sich überwiegend von Wühl- und Feldmäusen. Hin und wieder auch von Insekten, Regenwürmern und schlafenden Vögeln. Dieses kann man gut anhand des Gewölles erkennen, indem man es zerlegt.
Eulen können ihren Kopf ca. 270 Grad drehen.
Hier sieht man eine kleine Eule am Nachmittag beim Sonnenbaden.
Nachdem die Eulen nun 20 Tage bei uns im Garten sind, haben sie es langsam gelernt selbstständig Mäuse zu erlegen. Wir konnten beobachten das unter den Dreien kein Futterneid herrscht.
Wir hoffen das die Waldohreulen noch einige Zeit bei uns im Garten bleiben, damit wir sie noch etwas beobachten können. Die meisten Fotos sind ab 22 Uhr ohne Blitzlicht, mit Belichtungszeiten von 1,5 Sekunden aufgenommen worden.
Die Waldohreule hat im diesem Jahr (2009) in der Nachbarschaft in einem alten Krähennest erfolgreich 5 Junge ausgebrütet.
Ich freue mich über Ihre Kommentare und Anregungen: