Die Sperbereule (Surnia ulula) kann man in Europa nur in Skandinavien sehen. Ihre Brutgebiete sind die Skandinavischen Wälder. Die Sperbereule bevorzugt halboffene Landschaften, weil sie zu den Ansitzjägern gehört. Ich konnte sie in Nordnorwegen im Hochmoor mit angrenzenden Wäldern beobachten. Die Sperbereule ist wie die Sumpfohreule, tag- und dämmerungsaktiv. Man kann sie gut auf ihrem Beutezug am Tag beobachten. Die Sperbereule gehört zu den Teilziehern. Gibt es einen sehr schneereichen und kalten Winter, dann kann es vorkommen das man die Sperbereule bei uns in Nord-Deutschland sieht. Sucht Ihr nur das Alter, die Feinde, das Gewicht, die Brutzeit, die Flügelspannweite und die Größe, dann schaut unten im Steckbrief nach.
Warum der Name Sperbereule? Wenn man sie in ihrem Revier eine Zeit beobachtet hat, kommt man ganz schnell dahinter. Es ist nicht nur ihr Aussehen (gebänderte Unterseite, langer Schwanz), sondern auch ihre Schnelligkeit und Wendigkeit, wie beim Sperber. Zum Vergleich zeige ich Euch noch die Sperbertaube, die auch halb- bis offene Landschaften bevorzugt. Und so haben alle drei Vogelarten etwas gemeinsames, und nicht nur im Aussehen sondern auch im Verhalten. Wie sieht eine Sperbereule aus? Dazu ein paar Bilder.
Die Sperbereule ist mit ihren ca. 41 cm so groß wie die Sumpfohreule. Sie wirkt aber von weitem kleiner. Das liegt an ihren langen Schwanzfedern. Männchen und Weibchen sind mit bloßem Auge von weitem nicht zu unterscheiden. Das Weibchen ist auch wie bei den anderen Eulenarten schwerer und etwas größer. Die Sperbereule hat ein schwarzbraunes Obergefieder mit weißen Flecken, eine gebänderte Unterseite, ein helles Gesicht mit schwarzer Einfassung, gelbe Augen, einen hellgelben kräftigen Schnabel und einen schwarzen Brustring. Die Beine der Sperbereule sind kräftig und genauso wie bei anderen Eulen bis nach unten befiedert.
Die Sperbereule hat eine Jahresbrut in der Zeit von März bis April. Ihre Balzrufe hört man schon Im Februar. Es ist ein aufgereihtes „huhuhuhuhu“. Der Warnruf hört sich an, wie beim Turmfalken, ein „kikikiki“. Besonderheiten: Wie alle anderen Eulen baut sie sich kein eigenes Nest. Sie brütet genauso wie der Waldkauz in Höhlen. Sind in den Hochmooren kaum Höhlen, dann wird in Krähen-, Elstern- oder Bussardnestern gebrütet. Wenn diese Nester auch nicht vorhanden sind, kann ich mir gut vorstellen, das sie auf dem Boden wie der Uhu oder die Sumpfohreule brüten. Die Sperbereule legt meistens 3-8 (bis 12) weiße Eier. Sie brütet, und er ist für die Nahrung zuständig. Die Brutdauer beträgt ca. 30Tage und die Nestlingsdauer ca.22 Tage. Während der Nestlingszeit konnte ich keine Bettelrufe hören, wie es oft beschrieben wird. Die Rufe am Nest die man hört sind so leise, das wir die Rufe von weitem gar nicht hörten. Ich sage schon lange, die Rufe die wir hören sind die Rufe, wenn sie das Nest verlassen haben und Kontakt zu ihren Geschwistern und zu ihren Eltern suchen. Mehr zu Kontaktrufen hier. Wenn die Jungen nach drei Wochen das Nest verlassen, sitzen sie in den Ästen der Bäume oder sie wandern am Boden wie die kleinen Uhus. Auf dem nächsten Bild seht Ihr einen Altvogel bei der Beuteübergabe und einen Jungvogel beim spielen.
Junge Sperbereulen die schon auf Wanderschaft sind haben zuerst eine braune ungebänderte Brust. Ich zeige Euch hier eine junge Sperbereule die ca. zwei Monate alt ist und auch im Revier herum fliegt. Es dauert noch einen Monat bis ihr Gefiederkleid fertig ist und sie so wie ihre Eltern aussieht. Ab dann müssen die Jungen das elterliche Revier verlassen und für sich alleine sorgen. Die Feinde der Sperbereulen sind auch jeden Tag unterwegs. Zu ihren Feinden gehören z.B. Menschen, Eulen, Rabenvögel und Greifvögel. Die Gefahren für Greifvögel in Deutschland lauern überall. Eulen werden in Deutschland immer noch illegal verfolgt. Mehr unter Greifvogelverfolgung und Feinde der Vögel.
Die Nahrung der Sperbereule besteht in erster Linie aus Mäusen, Kleinsäugern und Vögeln. Die sie von ihrem Ansitz aus erspähen und dann blitzschnell wie der Sperber zuschlagen. Auch die Maus auf dem Bild hatte es mitbekommen das sie beobachtet wird und verließ ihr Versteck nicht. Die Eulen sitzen auch gerne auf den Überlandleitungen an der Straße und warten nur darauf das eine Maus die Straße quert. Unter ihren Ansitzen findet man häufig die Gewölle. Mehr zum Thema Gewölle, unter Gewölle oder Speiballen.
Meine Beobachtungen gingen immer weit in die Nacht hinein, da das Revier der Sperbereule von einer viel befahrenen Straße geteilt war. Es war am Tage meistens zu laut um die Kontakt rufe der Jungen auszumachen. Abends konnte man bei den Jungen den weißen Kehlfleck beim rufen auch gut sehen. Die Altvögel konnte man schon von weitem hören, wenn ein Raufußbussard oder ein Falke das Revier kreuzte. Beim Warnruf der Sperbereule dachte ich beim ersten mal sofort an einen Turmfalken, die man hier auch beobachten kann. Zum Schluß zeige ich Euch noch drei Bilder, die ich bei meinen Beobachtungen sehr interessant fand.
Weiterhin viel Spass auf meinen Seiten, wie z.B. der Baumfalke oder die Waldohreule. Und nun viel Spaß bei der eigenen Vogelbeobachtung, denn Vögel beobachten bringt immer wieder Spaß.
Da ich oft Anfragen nach Steckbriefen bekomme, folgt jetzt ein kleiner Steckbrief über die Sperbereule
Größe: 41 cm
Gewicht: 310g
Eier: 3-8
Brutdauer: 30 Tage
Nestlingsdauer: 22 Tage
Nahrung: Kleinsäuger, Mäuse, Vögel
Alter: 10 Jahre
Feinde: Krähe, Eulen, Raufußbussard, Falken, Mensch
Weitere Infos und Steckbriefe zum Thema Eulen unter Eulen-Steckbriefe oder Eulen-Beobachtungen.
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Beobachtungen, Fotografien, Vogel-Bilder und Autor: Gerhard Brodowski Hamburg
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