Die Großtrappe (Otis tarda) sieht man heute nur noch in Spanien, Portugal, Mittel- und Osteuropa. Bei uns in Deutschland kann man die Großtrappe gut in Buckow (Brandenburg) beobachten. In Buckow werden Großtrappen in den Fiener Bruch und den Belziger Landschaftswiesen ausgewildert. Großtrappen brauchen zum überleben große offene Grünflächen. In Buckow wurden zum Schutz der Großtrappen zwei Beobachtungshütten aufgestellt, aus denen man die Trappen gut beobachten kann, ohne sie zu stören. Man nennt die Großtrappe in Brandenburg auch den märkischen Strauß. Die Großrappe ist mit ihren ca. 105 cm größer als ein Graureiher, und nur etwas kleiner als ein Weißstorch.
Die Großtrappe zählt mit ihren ca. 16 kg zu den größten flugfähigen Vögeln. Bei den Großtrappen ist das Männchen größer und schwerer. Das Weibchen ist ca. 90 cm groß und wiegt nur die Hälfte. Das Großtrappen Männchen hat eine rostbraun und schwarz gebänderte Oberseite, einen grauen Hals und Kopf, einen dicken kurzen Schnabel, eine rosafarbene Brust, einen kurzen breiten Schwanz und eine helle Unterseite.
Das Weibchen der Großtrappe hat auch eine rostbraune mit schwarz gebänderte Oberseite, aber der graue Kopf und Hals sind viel dünner. Am besten unterscheidet man das Weibchen vom Männchen aus der Ferne am dünnen Hals und am Größenunterschied.
Die Balz der Großtrappen fängt schon Ende Februar an. Die schönste Zeit um Großtrappen zu beobachten ist um Ostern herum. Wir hatten das Glück in Buckow morgens um 6 Uhr, 43 Großtrappen auf einmal zu Gesicht zu bekommen. Die Fluchtdistanz bei den Großtrappen liegt zwischen 400 und 600 m. Es gibt immer wieder Leute, die aus ihren Autos aussteigen und in das Gelände der Großtrappen gehen um ein Foto aufzunehmen und sie somit verscheuchen.
Während der Balz stellt sich das Männchen zur Schau und versucht die Weibchen auf sich aufmerksam zu machen. Er bläht seinen Kehlsack auf, stellt seine Bartfedern hoch und schlackert mit seinen Flügeln. Wenn sich kein Weibchen sehen lässt, fliegt er zu seinen Nebenbuhlern und versucht ihnen die Weibchen auszuspannen. Die Balz der Großtrappen kann man am besten bei Sonnenaufgang und in der Abenddämmerung beobachten.
Die Großtrappe hat eine Jahresbrut in der Zeit von April bis Juni. Sie legt in eine flache Mulde auf dem Boden 1 bis 3 olivgrüne Eier. Die Brutdauer beträgt ca. 25 Tage. Das Weibchen ist für das Brutgeschäft alleine zuständig. Die jungen Großtrappen gehören zu den Nestflüchtern. Sie sind mit 4-5 Wochen flügge. Die Jungen werden ca.10 Tage vom Weibchen mit Nahrung versorgt. Die Nahrung der Großtrappe besteht aus Würmern, Schnecken, Mäusen, Sämereien, Gräsern, Knospen, Larven und Insekten. Die Jungen sind ca. mit 4 Wochen selbständig und können mit ca. 11 Wochen fliegen. Sie bleiben aber bis in das nächste Frühjahr mit ihrer Mutter zusammen. Die jungen Weibchen werden mit zwei Jahren Geschlechtsreif, die Männchen hingegen erst mit ca. vier Jahren.
Die Großtrappe hat auch einige Feinde. Im Schutzgebiet für die Großtrappe sind einige Durchlauffallen für den Fuchs, den Marderhund und andere Säugetiere aufgestellt. Somit wird zwar das eine geschützt, aber was ist mit dem anderen? Der Mensch hat dazu beigetragen, dass sie so gut wie ausgestorben sind. Heutzutage kriegen der Fuchs und der Marderhund die Schuld.
Ich zeige Euch ein paar Bilder, auf denen Ihr erkennen könnt wie hell ihre Flügel sind.
Da ich oft Anfragen nach Steckbriefen bekomme, folgt jetzt ein kleiner Steckbrief über die Großtrappe
Größe: 105 cm
Gewicht: 16000g (Männchen) 8000g (Weibchen)
Eier: 1-3
Brutdauer: 25 Tage
Nestlingsdauer: Nestflüchter
Nahrung: Würmer, Insekten, Mäuse, Sämereien, Gräser
Alter: 20 Jahre
Feinde: Marderhund, Fuchs, Waschbär, Mensch, Seeadler
Ich freue mich über Ihre Kommentare und Anregungen: