Uhus kommunizieren über Lautäußerungen genauso wie über visuelle Signale. Ich habe ja schon einiges über meine Uhu Beobachtungen berichtet. Auf meiner Seite Der kleine Uhu mache ich anhand einer Bildergeschichte deutlich, wie der kleine Uhu von seinen Eltern visuell regelrecht geführt wird. Zuerst muss man wissen, dass für die visuelle Verständigung der ausgewachsen Uhus der Kehlfleck, der Brustfleck, die Flügelränder, die Gesichtsmimik mit Federohrstellung, die Augenlider und das gesamte Gefieder eine große Rolle spielen. Ich werde Euch auch hier wieder reichlich Bilder über das visuelle Kommunizieren zeigen.
Die Uhusprache ist bis heute nicht erforscht. Ich kann auch nur einen ganz
ganz kleinen Teil darüber berichten was ich beobachtet habe.
Auf dem Bild seht Ihr ein Uhu Männchen während der Balz im Februar. Das Uhu
Männchen scharrt gerade eine Nistmulde unter einem umgekippten Baum im Steilhang
einer Kiesgrube. Und dabei steht er visuell mit seinem Weibchen in Verbindung.
Das Uhu Weibchen sitzt ca. 600m weit weg in einem Waldstück. Wenn man abends im
Frühjahr und im Herbst die Lautäußerungen vom Uhu Männchen hört, muss man
zwischen Revier- und Balzrufen unterscheiden. Die Uhus haben mehrere Ansitze in
ihrem Revier. Von hier aus gibt das Uhu Männchen seine Revierrufe am Abend ab.
Die Balzrufe werden meistens vom Uhu Männchen unmittelbar im Bereich vom Nest
abgegeben. Mehr über die Rufe der Uhus auf meiner Seite Ruf der Junguhus.
Auf dem zweiten Bild könnt Ihr gut die weißen Flügelränder und den hellen Brustfleck erkennen. Nun komme ich zu den kleinen Uhus. Bei den kleinen Uhus kann man schon ab einem Alter von ca. 14 Tagen erkennen, dass sich das Gefieder um den Schnabel und die Augen verändert (Gesichtsmaske). Sobald die Abenddämmerung einsetzt wird dies auch für uns immer mehr sichtbar.
Die Gesichtsmaske der kleinen Uhus dient nach meiner Meinung auch zur visuellen Kommunikation untereinander. Durch entsprechende Veränderung der Mimik verändert sich auch die dazu gehörende Gesichtsmaske. Die Augenlider spielen dabei auch eine große Rolle. In der späten Dämmerung fallen besonders die Augenlider und die Gesichtsmaske durch ihr helles weiß auf. Das zweite Foto wurde um 22.30 Uhr aufgenommen, mit einer Belichtungszeit von 1.3 sek. um die Gesichtsmaske zum Ausdruck zu bringen.
Die Augenlider fallen besonders in der späten Dämmerung auf. Wenn man vom weiten die kleinen Uhus mit einem Fernglas beobachtet und sie ihre Augen abwechselnd schließen und öffnen. Es sieht aus, als ob sie Morsezeichen geben würden. Über diese Beobachtung habe ich einen kleinen Film aufgenommen. Wenn man den Film in Zeitlupe abspielt kann man das Aufblitzen beim Öffnen und Schließen der Augenlider gut erkennen. Auch die ausgewachsenen Uhus haben an ihren Augenlider mehr oder weniger helle Flecke. Bei den Junguhus sind die Augenlider in der Dämmerung zuerst komplett weiß.
Durch meine zahlreichen Uhu Beobachtungen ist mir aufgefallen, dass der weiße Kehlfleck und der Brustfleck auch am Tage gezeigt werden. Ohne dass die Uhus rufen. Sie standen meistens mit ihren Jungen in Blickkontakt. Die Uhus zeigten ihren weißen Kehlfleck auch wenn sich andere Greifvögel und Rabenvögel näherten.
Ich zeige Euch mal wie sich das Uhu Männchen verhält, wenn sich das Weibchen am Tage nähert (Mai 09). Er zeigt seinen Kehlfleck stellt die Schwanzfedern hoch, geht dabei immer weiter zurück und plustert dann seine Kopffedern auf. Bei diesem Verhalten hat der Kehlfleck in der Verständigung der Uhus untereinander auch eine große Bedeutung.
Bei Störungen im Brutrevier plusterten die Uhus ihr Gefieder auf. Bei den Junguhus geschah dies immer wenn die Motocrossmaschinen in ihr Revier kamen. Mehr über Störungen auf der Seite Gefiederstörung bei Junguhus. Man konnte es aber auch Abends beim Fressen beobachten. Derjenige, der am Fressen war, stellte das Gefieder leicht an, als ob er sagen wollte lass mich jetzt in Ruhe. Mehr hierzu auf der Seite Fütterung der Uhus.
Ich zeige Euch nun, wie die Uhus ihre Federohren beim Kommunizieren einsetzen.
Bei einer Uhu Familie hatte das Männchen einen sehr großen weißen Brustfleck und alle drei Uhujungen hatten diesen Brustfleck auch. Man könnte sagen, dass er vererbt worden ist. Bei anderen Uhufamilien sah ich diese Auffälligkeiten nicht.
Ich habe bei meinen Uhu Beobachtungen mitbekommen, dass Uhus ganz genau Personen unterscheiden können. Wenn ich ganz alleine ein Uhu Revier betreten habe, gab es keinen Warnruf vom Uhu. Kam aber der zuständige Beringer der Uhus mit ins Revier, gab es immer einen Warnruf. Wenn ich im Uhurevier meine Beobachtungen machte und der Beringer zum späteren Zeitpunkt hinzu kam, hat der Uhu dies nicht nur durch Lautäußerung verraten, sondern auch durch sein Verhalten. Der Uhu sieht den Beringer als seinen Feind an, da er ja die jungen Uhus im Nest zur Beringung angefasst hat.
Ich habe zwei ausgewachsene Uhuweibchen die gemeinsam in einer Voliere leben
besucht. Und als ich eine Zeit so da stand, haben die beiden Uhuweibchen
Lautäußerungen von sich gegeben, die ich in der freien Natur noch nie gehört
habe. Zwei Uhuweibchen sieht man in der freien Natur auch nicht so dicht
zusammen sitzen.
Sobald ich etwas neues herausgefunden habe werde ich Euch weiter darüber
berichten.
Weitere Information auf meiner Seite Der Uhu.
Ich freue mich über Ihre Kommentare und Anregungen: