Der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) gehört zu den kleinsten einheimischen Vogelarten die wir bei uns in Deutschland zusehen bekommen. Es gibt aber von ihm einige Unterarten, die weltweit zu sehen sind. Den Zaunkönig sieht man in ganz Europa. Sein Lebensraum sind die Wälder, die Gärten, die Parks, sogar in Hochmooren und an den Küsten sieht man den kleinen lebhaften Vogel. Je nach Standort zählt er zu den Teilziehern oder zu den Standvögeln. Bei uns in Deutschland können wir den Zaunkönig auch im Winter beobachten. Lebensweise: Der Zaunkönig hält sich meistens dicht über dem Boden im Unterholz und im Wurzelwerk der Bäume auf. In der Stadt brütet er auch schon mal in Mauerspalten, auf dem Balkon in Blumentöpfen oder in mit Efeu bewachsenen Wänden.
Seinen lateinischen Namen hat er nicht ganz zu Recht, denn der Zaunkönig ist kein direkter Höhlenbewohner. Nach einer Sage wurde der Zaunkönig, von allen Vogelarten zum König gewählt, weil er am höchsten fliegen konnte. Dies gelang ihm aber nur, weil er auf dem Rücken von einem Adler saß und der Adler dies nicht bemerkte, weil der kleine Vogel (Größe 9-10 cm) so leicht (Gewicht ca.10g) war. Wir nennen den Zaunkönig trotzdem immer: König der Zäune. Warum? Ganz einfach. Der König der Zäune kommt fast problemlos durch jeden Zaun und sollte er es mal nicht gleich so richtig schaffen, dann wird der Zaun passend gemacht. Dazu zeige ich Euch ein paar Bilder/Fotos vom Verhalten, wie sich der kleine Vogel anstrengt.
Hätte man den Zaunkönig bei seiner Entdeckung so am Zaun erlebt, dann würde er seinen Namen zu recht tragen. Es sieht so aus, als würde der Zaunkönig mit aller Gewalt am Zaun solange herumreißen bis er hindurch passt. Und wenn er es geschafft hat, dann wird lautstark ein Lied getrillert, damit alle anderen Vögel sehen können, das er durch jeden Zaun kommt und seinen Namen, König der Zäune, zu recht trägt.
Wie sieht ein Zaunkönig aus? Das Männchen und das Weibchen sehen gleich aus. Man unterscheidet in der Natur am besten das Männchen und das Weibchen am Gesang. Die Weibchen hört man nur, wenn überhaupt, ganz leise. Wo hingegen das Männchen oft und lautstark seine Lockrufe und Lieder schmettert. Mit einer Größe von ca. 9 cm ist der Zaunkönig noch kleiner als die Blaumeise. Aussehen: Der Zaunkönig hat ein hellbraunes Obergefieder das leicht gebändert ist, einen hellen Überaugenstrich, einen spitzen Schnabel, ein dunkles Auge, eine bräunliche Unterseite, einen kurzen meist aufrecht stehenden Schwanz und mittelgraue Beine mit kräftigen Krallen.
Ich zeige Euch anhand von einem Foto die Flügelspannweite vom Zaunkönig. Sie beträgt ca. 12-14 cm.
Der Zaunkönig hat zwei Jahresbruten, in der Zeit von April bis Juli. Hat der
Zaunkönig im Frühjahr ein geeignetes Brutrevier gefunden, beginnt er mit dem
Nestbau. Zaunkönige bauen mehrere Nester. Die Balz beginnt mit Fertigstellung
vom ersten Nest. Während der Balz sucht sich das Weibchen, das für sie am
besten geeignete Nest aus. Das Männchen baut das Nest, je nach Revier, z.B. im
Wurzelwerk von Bäumen, im Industriegebiet zwischen Palettenstapeln, in der Stadt
zwischen Mauerspalten oder in Steinhaufen. Die Nester werden aus Moos, trockenen
Blättern, Grashalmen und kleinen Stöckern gebaut. Es sind kugelförmige Nester
mit einem Eingang.
Während er die Nester baut, beginnt der König der Zäune lautstark mit seinen
Lockrufen und seinem Gesang. Der Ruf und die Lockrufe sind ein „täk“, ein „tzr
tzerr“ oder ein zick zick, zick. Die Stimme, der Gesang ist ein sehr lautes
trillern. Dabei sitzt der Zaunkönig hoch oben auf einem Ansitz, ebenso wie die
Heckenbraunelle.
Hat sich das Weibchen für ein Nest entschieden, dann legt sie 5-7 weiße Eier
mit rotbraunen Punkten. Die Brutdauer/Brutzeit beträgt ca.14 Tage und die Jungen
gehören zu den Nesthockern. Was
fressen Zaunkönige? Die jungen Zaunkönige werden ca. 14 Tage im Nest mit Nahrung
versorgt. Die Nahrung besteht aus Insekten, Larven, Asseln, Spinnen, Sämereien
und kleinen Beeren. Die Jungen werden von beiden Eltern mit Nahrung versorgt.
Verhalten: Es kann beim
Zaunkönig vorkommen, dass das Männchen während einer Brutsaison gleichzeitig
mehrere Weibchen hat. Dann müssen die Weibchen ihre Jungen alleine
versorgen.
Haben die jungen Zaunkönige ihr Nest verlassen, dann bleiben sie noch eine ganze Zeit zusammen und werden zusätzlich von ihren Eltern mit Nahrung versorgt. In den Nordischen Ländern sieht man die jungen Zaunkönige, wenn es Nachts und am Tag noch sehr kalt ist, wie sie sich aneinander kuscheln. So ein Verhalten sieht man sehr häufig in der Vogelwelt. Ich werde Euch ein paar Bilder zeigen, auf denen sich fünf junge Zaunkönige gegenseitig wärmen.
Der kleine Zaunkönig hat sogar Feinde. Obwohl er so klein ist, lauern seine Feinde überall. Vor den Katzen und den Eichhörnchen muss er sich in acht nehmen, denn auch diese streifen durchs Unterholz. Der Sperber und die Falken machen auch keinen Halt vor dem kleinen Vogel. Sie müssen den kleinen König erstmal kriegen, denn er verschwindet gerne durch den Zaun oder springt in eine Höhle in den Untergrund.
Da der Zaunkönig meistens im Unterholz unterwegs ist, und nie ruhig sitzen bleibt, kann man ihn schlecht fotografieren. Ein paar Fotos kann ich Euch trotzdem vom König der Zäune aus Hamburg zeigen.
Wir haben den Zaunkönig, in Hamburg, im eigenen Garten und auch auf Island beobachtet. Dort hat der König der Zäune an der Küste zwischen Steinen gebrütet. Als die Jungen das Nest im Untergrund verlassen hatten, konnten wir beobachten wie sie sich anstrengen mussten um zwischen den Steinen nach oben zukommen. Als die kleinen Zaunkönige oben angekommen waren, fingen sie auch gleich mit ihrem Gesang an. Dieser Gesang dient dazu, den Eltern ihren Standort mit zuteilen.
Zum Schluss zeige ich Euch einige Bilder vom Zaunkönig, die ich bei meinen Beobachtungen in der Natur aufgenommen habe.
Ich hoffe ich konnte Euch ein wenig weiterhelfen und nun viel Spaß auf meinen Seiten, wie z.B. der Uhu oder Besonderheiten aus der Vogelwelt.
Da ich oft Anfragen nach Steckbriefen bekomme, folgt jetzt ein kleiner Steckbrief über den Zaunkönig.
Größe: 9 cm
Gewicht: 10g
Flügelspannweite: 14 cm
Eier: 5-7
Brutdauer: 14 Tage
Nestlingsdauer: 14 Tage
Nahrung: Insekten, Larven, Spinnen, Asseln, Sämereien, kleine Beeren,
Alter: 6
Zugvogel: Ja
Feinde: Rabenvögel, Falken, Sperber, Katzen, Eichhörnchen, Mensch
Weitere Infos zum Thema Singvögel und Steckbriefe unter Singvögel oder Vogelsteckbriefe.
Unsere schönsten Beobachtungen haben wir in Deutschland, in Hamburg im eigenen Garten und in Europa auf Island gemacht.
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Beobachtungen, Fotografien, Vogel-Bilder und Autor: Gerhard Brodowski Hamburg
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