Die Mantelmöwe (Larus marinus) ist die größte Möwe in Europa. Sie gehört zur Familie der Möwen (Laridale). Ihr Verbreitungsgebiet ist Nordwesteuropa entlang der Küsten und auch im Landesinneren. Ihre Brutgebiete findet man an steilen Küstenwänden, in Dünen und im Landesinneren. Bei uns im Hamburger Hafen brüten die Mantelmöwen sogar auf Dächern. Die Mantelmöwe ist mit ihren 82 cm, bei uns in Europa die größte Möwe. Sie gehört zu den Kurzstreckenziehern. Sucht Ihr das Alter, die Feinde, das Gewicht, die Brutzeit, die Flügelspannweite oder die Größe, dann schaut unten im Steckbrief nach.
Mantelmöwen Weibchen und Männchen sehen gleich aus. Das Männchen ist nur größer (ca.82 cm) und schwerer (ca.2,1Kg) . Aussehen: Wie sieht eine Mantelmöwe aus? Ihren Namen hat die Mantelmöwe bekommen, weil ihre Flügeldecken auf ihrem schwarzen Rücken wie ein Mantel aussehen. Auf dem nächsten Foto seht Ihr vorne das Weibchen und hinten das Männchen der Mantelmöwe.
Die Mantelmöwe kann man schon von Weitem erkennen. Und zwar an ihrem weißen Kopf, den rot eingefassten Augen und dem kräftigem gelben Schnabel mit einem roten Punkt am Unterschnabel. Die Schultern und die Unterseite sind auch weiß. Der Rücken und die Flügel sind schwarz. Die Beine sind von hellgrau bis rosa und die Füße besitzen Schwimmflossen. Die Stimme, oder der Ruf ist ein tiefes gackerndes „jauk auk kjau jaug“. Die Mantelmöwe gehört zu den Teilziehern. Ihr Überwinterungsgebiet liegt in Westeuropa. An Küsten, im Binnenland oder auf noch offenen Müllkippen und Stauseen.
Die Mantelmöwe wird mit 5 Jahren geschlechtsreif. Bis dahin werden die Jungen Immaturen genannt. Sie wechseln in den ersten 4 Jahren, durch die Mauser, mehrmals ihr Gefieder und dadurch auch ihr Aussehen. In der Zeit benehmen sich die jungen Mantelmöwen wie die Halbstarken. Kräfte messen ist an der Tagesordnung. Ich zeige Euch wie es aussieht – und am Ende das Gehabe von dem Sieger.
Ich zeige Euch noch drei Bilder von Immaturen der Mantelmöwe.
Ich habe die Mantelmöwe im Industriegebiet, im Hamburger Hafen und an der Küste beobachtet. Mantelmöwen haben eine Jahresbrut in der Zeit von Mai bis Juni. Sie bauen ihr Nest, in dem sie eine Mulde scharren und diese mit Gras ,Moos und Federn auspolstern. Es werden meistens 3 Eier (1-4) gelegt. Die Brutdauer beträgt 28 Tage. Sind die Jungen geschlüpft bleiben sie nur kurze Zeit am Nest bis sie laufen können (Nestflüchter). Die jungen Mantelmöwen laufen dann wie z.B. die jungen Uhus im Brutgebiet umher. Bei den Dachbruten bleiben die Jungen solange auf dem Dach bis sie flugfähig (ca. 50 Tage) sind oder über die Dachkante springen können.
Die jungen Mantelmöwen werden zuerst mit einem von den Eltern vor verdauten Brei gefüttert und später bekommen die Jungen feste Nahrung. Die Nahrung der Mantelmöwe besteht aus Fisch, Säugetieren, Vögeln, Eiern, Aas, Muscheln, Krebsen und Abfällen aller Art. Wollt Ihr sehen, wie sich Mantelmöwen die Eier und Küken von anderen Vögeln Holen, dann besucht die Seite: Vogelgeschichten. Dort seht Ihr auch wie sich die Greifvögel, Vogelküken holen.
Wir haben im Brutgebiet von Mantelmöwen zahlreiche ausgehöhlte Seeigel gesehen. Wenn man im Hochland unterwegs ist und man sieht dort zahlreiche Seeigel-Schalen, dann befindet sich dort ein Möwen Ruheplatz.
Es kommt auch häufig mit anderen Möwen wie z.B. der Herringsmöwe am Brutplatz zu Stress. Wenn Möwen in Stress geraten sträubt sich ihr Gefieder. Das kann man auch bei anderen Vögeln beobachten. Wie z.B. bei dem Uhu. Die Mantelmöwe holt sich die Eier oder die Jungen der Heringsmöwe. Und andersherum holen sich die Feinde der Mantelmöwe, wie z.B. der Fuchs, die Raubmöwen, der Kolkrabe, die Aaskrähe und der Mensch ihre Eier und ihre jungen Küken. Die Heringsmöwe und die Mantelmöwe sehen sich zum verwechseln ähnlich. Der Unterschied liegt in der Farbe der Beine, in der Körpergröße und der Flügelspannweite (ca.175 cm). Die Heringsmöwe ist kleiner und hat gelbe Beine.
Mantelmöwen haben mit anderen Möwen gemeinsam eine Badestelle, an der sie sich täglich zur Gefieder pflege treffen.
Es wird immer über schlaue Raben und Krähen berichtet. Aber kaum einer hat die Mantelmöwe über einen längeren Zeitraum beobachtet. Da sieht es nicht anders aus. Wenn es um Nahrung geht wissen sie ganz schnell wo und wann sie etwas bekommen. Ist das gefundene Brot zu hart wird es kurzerhand eingeweicht oder ist die Krabbe zu dreckig wird sie abgewaschen. Wann wird der Container aufgemacht damit sie an verwertbare Abfälle kommen? Wann fahren die Fischer raus und wann kommen sie zurück? Die Mantelmöwen wussten es immer rechtzeitig und es sprach sich unter den Möwen wie ein Lauffeuer herum. Und wenn mehrere Möwen-Arten aufeinander treffen gibt die Mantelmöwe den Ton an und weist die anderen in ihre Schranken. Ich hoffe ich konnte Euch einen kleinen Einblick in das Leben einer Mantelmöwe vermitteln.
Wie immer zum Schluss drei Bilder die ich bei meinen Beobachtungen aufgenommen habe und sehr interessant finde.
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Da ich oft Anfragen nach Steckbriefen bekomme, folgt jetzt ein kleiner Steckbrief über die Mantelmöwe
Größe: 82 cm
Gewicht: 2100g
Flügelspannweite: 175 cm
Eier: 2-3
Brutdauer: 28 Tage
Nestlingsdauer: Nestflüchter
Nahrung: Fisch, Säugetiere, Vögel, Aas, Muscheln, Amphibien,
Alter: 20 Jahre
Feinde: Greifvögel, Kolkrabe, Möwen, Fuchs, Mensch
Weitere Infos und Steckbriefe zum Thema Möwen, unter Möwen-Steckbriefe.
Unsere schönsten Vogel-Beobachtungen haben wir in Europa, in Deutschland, in Hamburg, in Bremen, in Schleswig-Holstein, in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und in Niedersachsen gemacht.
Beobachtungen, Fotografien, Vogel-Bilder und Autor: Gerhard Brodowski Hamburg
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