Die Beutelmeise sieht man in ganz Mitteleuropa. Ihr Überwinterungsgebiet ist der Mittelmeerraum. Die Beutelmeise gehört zu den kleinsten Meisen. Sie hat eine Größe von ca. 10 bis 11 cm, dabei wiegt sie 8 bis 10 Gramm und sie kann bis zu 5 Jahren alt werden.
Das Weibchen ist in den Farben blasser und die Augenmaske ist meistens kleiner als beim Männchen.
Um Beutelmeisen beobachten zu können muss man wissen wo ihre Reviere sind. Ihr Ruf ist ein lang gezogener Pfeifton. Ihre Nester bauen sie am liebsten über Wasser an einer Pappel, Weide oder Birke.
Jetzt wo man das Nest gesehen hat, weiß man auch wo der Name Beutelmeise herkommt. Die Beutelmeisen bauen ca. 30 Tage an ihrem Nest. Zuerst bauen beide gemeinsam mit einer riesigen Geduld und Sorgfalt.
Den Zweig an dem das Nest hängt wird bis nach unten hin mit eingebunden. Die Beutelmeisen ziehen kleine Streifen von Schilfblättern ab und benutzen sie wie Bindfäden.
Man muss schon sehr konzentriert aufpassen um sie bei der Materialbeschaffung zu beobachten.
Ihr Baumaterial, Samenwolle von Pappeln und Weiden, wird zwischen die Fäden gesteckt und miteinander verfilzt. Außerdem werden auch Spinnengewebe hinzugefügt.
Für die Beutelmeisen ist so ein Nestbau sehr anstrengend. Um die Fäden seitlich stramm zu ziehen wird auch schon mal der Flügel zur Abstützung eingesetzt.
Während des Nestbaus gibt es zwischendurch immer mal wieder eine Gesangseinlage.
Geht der Nestbau aufs Ende zu, baut das Weibchen die Eingangsröhre alleine zu Ende. Das Männchen fängt in einen neuen Revier ein neues Nest an zu bauen und lockt durch seinen Gesang ein neues Weibchen an.
Jetzt beginnt das Brutgeschäft. Es werden 6 bis 8 Eier gelegt und sie werden ca. 14 Tage lang bebrütet. Es gibt eine Jahresbrut von April bis Juni.
Sind die Jungen erstmal geschlüpft kümmert sich das Weibchen alleine um die Aufzucht und die ständige Reparatur der Eingangsröhre. Hier sieht man schön das Größenverhältnis vom Nest zur Beutelmeise.
Die Fütterung ist für das Weibchen sehr anstrengend. Alle 5 Minuten brachte sie kleine Würmer und Spinnen, dann kam eine Pause und anschließend kam sie mit kleinen Samenkörnern in Minutentakt — und dies ging den ganzen Tag so.
Die Nestlingsdauer der kleinen Beutelmeisen betrug in meinem Fall 18 Tage. Die letzten Tage waren für mich die interessantesten, weil die Kleinen bei der Fütterung aus dem Nest guckten.
Wenn die Kleinen ausgeflogen sind benutzen sie das Nest noch einige Tage als Schlafplatz. Dies kann man auch äußerlich am Nest gut sehen, da sie noch ein bisschen ungeschickt sind.
Wenn ihr mal ein Nest seht, lasst es hängen, denn im nächsten Jahr kommt die Meise wieder und benutzt vom alten Nest Material für ihr neues Nest. Leider werden sehr viele Nester nach der Brut abgeschnitten — schade!
Unsere schönsten Beobachtungen haben wir in der Winsener Marsch, in Hamburg Moorburg, in MVP Lewitz und an den Elbauen gemacht.
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