Die Graugans kann man in ganz Europa sehen. Bei uns in Deutschland zählt die Graugans zu den Standvögeln. Die Graugänse die z.B. in Island und Osteuropa brüten sind Zugvögel. Aus der Graugans wurde unsere Hausgans gezüchtet.
Die Laute der Graugans sind identisch mit denen der Hausgans, z.B. gagaga..., und außerdem noch verschiedene andere Laute. Man nennt es allgemein schnattern.
Die Graugans ist ca. 85cm groß und wiegt ungefähr 4kg. Das Männchen ist etwas größer als das Weibchen. Die Graugans hat einen orangegelben bis rosaroten Schnabel, ein silbergrau bis graues Gefieder und weiße Schwanzfedern. Wenn sie nicht bejagt würde, könnte sie schon mal 20 Jahre alt werden.
Graugänse bleiben ein Leben lang zusammen. Sie brüten bei uns an Teichen und Seen, an Flüssen und in Feuchtgebieten die mit Gräben durchzogen sind und eine üppige Ufervegetation vorzuweisen haben. Ihr Nest besteht aus einer kleinen Mulde, die mit ihren Daunen und trockenem Gras ausgepolstert wird. Die Graugans hat eine Jahresbrut, in der Zeit von Mai bis Juni. Sie legt 4 bis 9 schmutzig weiße Eier. Das Weibchen brütet ca. 28 Tage. Während dieser Zeit bewacht das Männchen das Nest und vertreibt alle Störenfriede.
Die Graugans Küken, auch Gössel genannt, zählen zu den Nestflüchtern. Wenn das letzte Küken geschlüpft ist, bleiben sie noch einige Stunden im Nest. Ich konnte beobachten wie das Graugans Männchen (Ganter) sehr darauf achtet, das keines der Küken zu früh alleine ins Wasser geht da sonst die Gefahr zu groß ist sofort von z.B. einem Hecht gefressen zu werden.
Nun ist es endlich soweit. Die Graugans Gössel verlassen das Nest und unternehmen gemeinsam mit ihren Eltern einen ersten Ausflug in die nähere Umgebung.
Die von mir beobachtete Graugans Familie bekam bei der Aufzucht der Jungen Unterstützung von den noch nicht geschlechtsreifen Gänsen aus dem Vorjahr. Sobald es in der Nähe zu einer Störung kam schnatterten alle gemeinsam und die Kleinen versteckten sich in der Uferböschung. An manchen Tagen gesellte sich auch eine Nilgans dazu.
Die ersten Tage nach dem verlassen des Nestes halten sie sich noch in der näheren Umgebung ihres Brutplatzes auf. Ich konnte dann auch hin und wieder beobachten wie sie an Land gingen und bei ihrer Mutter unter den Flügeln Schutz und Wärme suchten. Hier zeige ich Euch ein Gänseküken, welches sich junge Pflanzentriebe sucht.
Mit zunehmendem Alter entfernen sie sich von ihrem Brutplatz ins offene Gelände, wo sie im Uferbereich viel frisches Gras finden. Die Eltern halten ständig Ausschau nach Feinden. Man hat nun auch die Gelegenheit sie beim Spielen und Tauchen im Wasser zu beobachten.
Bevor ich es vergesse, Gänse ernähren sich hauptsächlich von Gräsern und Sämereien. Nun zeige ich Euch noch ein paar Flugbilder, auf denen Ihr gut die Zeichnung des Gefieders erkennen könnt.
Wenn man im Herbst mal miterleben möchte, wie sich die Graugänse gegenüber Ihrem Feind dem Seeadler verhalten, muss man sehr früh aufstehen. Die Graugänse haben ihre Schlafplätze überwiegend auf Seen und Fischteichen. In der Morgendämmerung gleitet der Seeadler dicht über dem Wasser bis zu einer Insel oder einer Sandbank. Hier wartet er bis es hell wird. Aber wenn Ihr glaubt das die Gänse dieses nicht mitbekommen, habt Ihr Euch getäuscht. Die Graugänse beobachten den Seeadler sehr genau. Sobald er abhebt, heben sie auch ab und versuchen ihn dadurch zu verwirren. Wenn aus einem See mehrere tausend Gänse hochfliegen und über einen hinwegfliegen, hört es sich an wie eine laute Straßenbahn.
Die Graugänse aus z.B. Island und Osteuropa treffen im Herbst zu zehntausenden an ihren Überwinterungsplätzen in Deutschland ein. Man muss schon genau hinschauen da an diesen Plätzen mehrere Gänsearten gemeinsam überwintern, wie z.B. die Saatgans, die Blässgans und die Kurzschnabelgans.
Unsere schönsten Beobachtungen haben wir in MVP, in den Elbauen und im Wendland gemacht.
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